Fördert Chlor im Schwimmbad Allergien?
März 2008
Für Kinder aus Familien mit allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma könnte ein häufiger Aufenthalt in Hallenbädern problematisch sein: Die in Schwimmbädern oft starke Chlorgasbelastung kann sich auf das Allergie-Risiko auswirken.
Das Chlor im Badewasser in einem überdachten Raum könnte bei allergiegefährdeten Kindern problematisch sein, wie eine belgische Arbeitsgruppe berichtet hat. Vor allem die Trichloramin enthaltenden Aerosole unmittelbar über der Wasseroberfläche können von den Schwimmbadnutzern eingeatmet werden. Jugendliche, die im Laufe ihres Lebens mehr als 500 Stunden in Freibädern zugebracht hatten, wiesen im Vergleich zu gleichaltrigen Schwimmbad-Muffeln ein deutlich erhöhtes Asthmarisiko auf. Vor allem die meist überchlorierten Hotelschwimmbäder südlicher Urlaubsländer wiesen hohe Chlor-Konzentrationen auf.
Auch eine andere retrospektive Studie hat ergeben, dass Menschen, die in ihrer Jugend häufig im Schwimmbad waren, als Erwachsene etwa doppelt so häufig unter Heuschnupfen leiden als Menschen, die eher selten im Schwimmbad waren (Allergy 61, 2006, 1305). Zehn Zentimeter über der Wasseroberfläche liegt die Chlorgaskonzentration nach Angaben von Professor Stephan Sorichter aus Freiburg in einer Größenordnung von 0,4 mg/m3. Das bedeute, dass die in der Arbeitsmedizin gerade noch tolerierte Tageshöchstdosis bereits nach zwei Stunden überschritten sei.
Man sollte nach diesen Daten also darauf achten, in Familien mit Allergierisiko vor allem gut gelüftete Hallen zu benützen, nicht zu lange im chlorierten Wasser bleiben und auch beim Babyschwimmen entsprechend Pausen einlegen.
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Der Inhalt dieser Seite wurde am 1. März 2008 erstellt.




