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Besorgte Oma

Frage von: FinnĀ 

Frage:

Sie wirken sehr sympathisch auf dem Photo und deshalb werden ich mich an Sie wenden: Seit der Geburt hatte mein Enkelkind immer seine Ärmchen nach hinten gespreizt. Es schien direkt schmerzhaft, es zu beobachten. Als wären die Arme verkehrt im Gelenk. Er hatte u.a. schlimme Koliken und ich schlug vor, mit ihm zu einem Osteopathen zu gehen. Aber die Eltern meinten, dass wäre normal. Nach ca. 9 Monaten wurde dann Physiotherapie gemacht und es wurde etwas besser. Aber ich weiß nichts genaues, sie sprechen nicht darüber. Aber er streckt immer noch nicht seine Arme aus, wie andere Kinder. Er hält sich auch nicht richtig fest, wenn man ihn z.B. an eine Stange hängen will, oder in der Schaukel ihm zeigen will, dass er sich an beiden Seiten anhalten soll. Seine Arme hängen welk herunter. Auch hält er sich nie am Hals fest, wenn man ihn trägt – auch nicht bei der Mutter. Was ein natürlicher Reflex wäre. Er kann nicht spielen: Nicht mit seinen Spielsachen. Er liebt aber Ballons. Seitdem er läuft (schon mit 10 Monaten) , will er nur noch laufen und sich nicht mal setzen- Bis zu Erschöpfung läuft er und durch die Müdigkeit fängt er an immer mehr hinzufallen und natürlich tut er sich dann weh. Es tut mir weh ihn so zu sehen. Er torkelt dann mehr oder weniger nur noch.Er scheint sich nicht beschäftigen zu können mit Spielzeug usw. Er möchte immer alles nachmachen, was die Erwachsenen machen (putzen usw). Er schaut sein Spiegelbild nicht an. Er hat oft Tage, wo er ein schmerzverzerrtes Gesicht macht und „nicht gut drauf ist“ – die Eltern meinen, dass er schlecht gelaunt ist, aber ein Baby ist nicht schlecht gelaunt. Wenn er weinerlich ist, dann geht es ihm nicht gut. Das ist meine Meinung. Aber was der Grund ist, weiß man nicht. Er hat auch Tage, wo er (mit seiner Oma) viel lacht (er animiert direkt zum lachen) – er mag gerne Musik und singt auch und bewegt sich zum Rhythmus. Das mag er gerne. Das ist an guten Tagen. Aber viele Tage ist er einfach in sich zurückgezogen und es scheint ihm nicht gut zu gehen. Er fiel möglicherweise einmal vom Wickeltisch auf Fliesen…. (angeblich wurde er rechtzeitig aufgefangen – aber oft verschweigt man die Wahrheit, weil man sich schämt) Er hat sich mehrfach den Kopf angeschlagen, weil er zu schnell lief und gegen eine Tischkante fiel und einmal an eine Truhenkante. Eine große Beule auf der Stirn. Nachts schlimme Alpträume. (weinen über eine Stunde) Sein Schlafrythmus war immer schon gestört. Er schläft tagsüber kaum. Es sollte vormittags eine Stunde und nachmittags mindestens noch mal eine Stunde schlafen (das ist meine Meinung) – aber er schläft meistens nur 1 Stunde den ganzen Tag. Er ist dann überdreht und überspannt und man spürt, dass ihm der Schlaf fehlt. Er kann sich deshalb nicht regenerieren. Er ist dann erschöpft und natürlich auch oft weinerlich. Sein Essverhalten ist auch nicht gut. Er schluckt meistens große Stücke herunter, würgt sie wieder hoch – anstatt zu kauen. Dabei hat er schon seit Monaten 4 Zähne. Er hat Gewicht verloren. Möglicherweise durch das viele laufen. Er isst meistens sehr wenig. Beim Wickeln schreit er unglaublich und windet sich – er will nicht auf dem Rücken liegen. Die Eltern meinen, das wäre weil er nicht still liegen will und weg will. Aber man hat das Gefühl, es tut ihm weh, auf dem Rücken zu liegen. (oder er hat noch das Trauma vom Sturz im Kopf…???) Dies sind so die Beobachtungen, die ich seit fast einem Jahr mache. Die Eltern meinen, dass ich ständig etwas in das Kind hineininterpretiere und unterstelle. Aber man kann doch Fakten nicht ignorieren. Manchmal sieht man von außen mehr als die Eltern – und die wollen natürlich auch nicht, dass möglicherweise etwas Negatives mit dem Kind ist. Aber ich denke, es muß einfach alles medizinisch abgeklärt werden. Nur so kann man ihm – falls nötig – helfen. Ich denke, dass er ein intelligentes Kind ist. Er beobachtet gerne technische Abläufe z.B,. hat er schon mit ein paar Monaten genau beobachtet, wenn man die Markise im Garten mit dem Hebel gedreht hat, um sie zu öffnen. Er schaute sich an, wie man den Hebel drehte und dann auf die Markise wie sie ausfährt. Das macht er in vielen Dingen. Er beobachtete auch wie man geht – im Kinderwagen hat er oft seinen Kopf nach unten gebeugt und die Schritte angesehen, die man macht. Er liebt Räder und wie sie sich drehen. Auch Windrädchen usw. Fähnchen. Alles was sich bewegt. Aber er spielt nicht mit den üblichen Spielsachen – keine Bauklötze, keine Ringe – kein Puzzle, kein Buch ansehen. Kuscheltiere nur wenn er sehr müde ist. Er hat ein tolles Gefühl für Musik. Und er lacht gerne – wenn man mit ihm Blödsinn macht, dann will er, dass man mit ihm lacht – richtig ausgelassen. Das ist aber nicht immer so. Nur an „guten Tagen“. Die Eltern sind sehr liebevoll und er wird von seiner Mutter betreut. Sie sind gute Eltern. Trotzdem mache ich mir Sorgen. Was meinen Sie ? Aber ich darf mich nicht einmischen......Verbot.

Antwort:

Die Entwicklung von Kleinkindern kann individuell sehr unterschiedlich ablaufen und teilweise auch einseitige oder zeitweilig verzögerte Verläufe nehmen. Solange das Gesamtbild der Entwicklung altersentsprechend ist und bei den üblichen kinderärztlichen Kontrollen keine Besonderheit aufgefallen sein;  besteht kein Grund zur Sorge.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 15. September 2008 erstellt.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 17. April 2009 letztmalig geändert.