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Durchschlafproblem mit 18 Monaten

Frage von: Sandra

Frage:

Sehr geehrter Herr Dr. Voitl!

Unser Kind ist mittlerweile 18 Monate und hat noch kein einziges Mal durchgeschlafen. Im Gegenteil: Er wacht ungefähr stündlich auf, kann alleine nicht mehr einschlafen. Verbringe in der Nacht teilweise mehrere Stunden an seinem Bett als in meinem eigenen. Er geht meistens um 19 Uhr ins Bett, und um 21 Uhr ist er das erste Mal wieder wach. Früher glaubten mein Mann und ich, es liegt an den Zähnen, doch die sind seit 2 Monaten durch. Am Tag schläft er ca. 2 Stunden. Von 11 bis 13 Uhr.
Manchmal, wenn mir meine Kraft fehlt, nehme ich ihn so um Mitternacht in unser Bett mit, das hat er sich leider schon angewöhnt. Doch er wird auch in unserem Bett ständig wach. Bitte helfen Sie uns weiter.

Antwort:

Das Schlafbedürfnis von Kleinkindern ist sehr unterschiedlich, sie können bis zu 16 Stunden täglich schlafen. Anfangs wachen sie meist alle zwei bis drei Stunden auf, um zu trinken.

Schlafbedürfnis, Schlaf- und Tagesrhythmus sind höchst individuelle Eigenschaften. Bevor Sie sich über den von der Norm abweichenden Schlafrhythmus ihres Kindes Sorgen machen, vergleichen Sie diesen mit den Schlafgewohnheiten naher Verwandter oder mit Ihrem eigenen als Kind. Es kann sein, dass sich hier Ähnlichkeiten feststellen lassen.

Folgende Tips können hilfreich sein:

* Machen Sie kein Licht an, wenn das Kind aufwacht.
* Spielen Sie nicht mit ihm und sprechen Sie so wenig wie möglich mit ihm.
* Ist das Kind nass, wickeln Sie es mit so wenig Aufwand wie möglich.
* Es ist von Vorteil, dem Kind gar nicht erst beizubringen, dass man zum Einschlafen unbedingt ein Fläschchen braucht. Dies mag etwas hart klingen, aber es bewirkt, dass es sich schnell daran gewöhnt, dass die Nacht zum Schlafen da ist.

* Sprechen Sie als Eltern untereinander ab, wie Sie die Sache angehen wollen.
* Gehen Sie gleichzeitig mit Ihrem Baby zu Bett, um selbst genügend Ruhe zu bekommen.
* Verabreden Sie mit Ihrem Partner vorher, wann genau Sie aufstehen wollen.
* Beginnen Sie mit dem kleinstmöglichen Mitteln. Wenn das Baby erwacht, streicheln Sie es sanft, decken Sie es gut zu und geben Sie ihm seinen Schnuller. Dies hilft vielleicht für eine Stunde.
* Versuchen Sie die gleiche Prozedur noch einmal.
* Findet Ihr Kind noch immer nicht zur Ruhe, wickeln Sie es.
* Machen Sie jedoch kein Licht, und unterhalten Sie es nicht. Vielleicht schläft es danach etwa eine weitere Stunde.
* Hilft auch dies nicht mehr, geben Sie Ihrem Baby ein wenig Wasser zu trinken. Dies hat zwei Funktionen. Zum einen signalisieren Sie dem Baby, dass es nachts nichts zu essen gibt, dass es aber Wasser bekommen kann. Zum anderen gibt es Ihnen die Gewissheit, dass Ihr Kind nicht durstig ist.
* Wenn Streicheln, Wasser trinken und Wickeln nicht helfen, legen Sie Ihr Baby in den Kinderwagen und schieben Sie ein wenig hin und her.


Allein Ihre Anwesenheit gibt Ihrem Kind Geborgenheit. Oft reicht es, wenn Sie es ein wenig streicheln, damit es sich geborgen fühlt. Ein weinendes Kind braucht die Gewissheit, dass es nicht allein ist. Wenn ein Kind schreit, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass es unbedingt etwas zu essen braucht oder unterhalten werden muss. Gehen Sie aber auf alle Fälle sicher, dass Ihr Baby nicht schreit, weil es krank ist oder Schmerzen hat.

Denken Sie aber daran, die Nacht für Ihr Kind so ruhig und wenig interessant wie irgend möglich zu gestalten.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 14. Dezember 2009 erstellt.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 16. Dezember 2009 letztmalig geändert.