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Einkoten

Frage von: Karin

Frage:

Sehr geehrter Herr DDr. Voitl!

Wir haben das Problem, dass mein Sohn (bald 7 Jahre) seit 1,5 Jahren immer wieder einkotetet obwohl er schon rein war. Jetzt kurz vor Schulbeginn ist es so schlimm geworden dass er fast täglich 2-4 die Hose schmutzig hat.

Wohin kann ich mich wenden, um organisch aber event. auch psychologisch (ca. zeitgleich hat auch sein Vater den Kontakt zu uns ziemlich abgebrochen) die mögliche Ursache finden zu können?

Antwort:

Einkoten muss jedenfalls Ernst genommen und adäquat behandelt werden.
Einkoten ist relativ häufig, etwa zwei Prozent aller 6-jährigen Kinder sind betroffen, vor allem Buben. Oft tritt es gemeinsam mit Einnässen auf.

Veränderungen beispielsweise der familiären Situation wie Trennung der Eltern kann eine Ursache sein.
Häufig entsteht das Einkoten als Störung dadurch, dass die Kinder den Stuhl zurückhalten und damit eine Verstopfung mit hartem Stuhl auslösen. Da der Stuhlgang in der Folge schmerzt, wird weiter zurückgehalten und nur in kleinen Mengen Stuhl abgesetzt.
Manche der Kinder entleeren sich absichtlich an ungeeigneten Stellen; die meisten jedoch unabsichtlich. Auch bei Kindern, die bereits die Kontrolle erlernt haben, können nach Belastungssituationen neuerlich einkoten.

Eine psychologische Abklärung ist unerlässlich; ebenso müssen organische Ursachen ausgeschlossen werden. Die Therapie besteht üblicherweise aus Trainingsprogrammen; Bestrafungen sollen jedenfalls vermieden werden. Bei hartem Stuhl ist zusätzlich eine medikamentöse Stuhlregulation empfehlenswert.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 7. September 2009 erstellt.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 11. September 2009 letztmalig geändert.