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Krampfanfälle bei Kindern

Frage von: Samirah D. 

Frage:

Hallo Herr Dr. Voitl, ich möchte Ihnen zuerst kurz beschreiben, was gestern morgen bei uns passiert ist. Mein Sohn ist 5 Jahre alt und hat sich gestern morgen ein bischen am Knie verletzt und es hat etwas geblutet.Was ja bei kleinen Jungs nichts ungewöhnliches ist.Als ich ihm dann sein Pflaster geben wollte sagte er plötzlich "Mama", kippte nach hinten, verdrehte die Augen war nicht mehr ansprechbar und zuckte mit dem Oberkörper.Ausserdem hat er sich währenddessen eingenässt. Nach ca. 2 min kam er wieder zu sich und ihm war übel und schwindelig,war aber wieder sehr fit. Danach hab ich natürlich gleich den krankenwagen gerufen und wir sind ins Krankenhaus gefahren. Dort hatte er einen Blutdruck von 85 zu 36 und eine Körpertemperatur von 36,5 Grad. Es wurde ein EEG von 20 min gemacht, bei dem er eingeschlafen ist.(Ohne Flackerlicht) dieses war wohl ohne Befund genau wie das Blut und ein heute gemachtes EKG. Es hat sich kein Arzt weiter mit mir unterhalten und heute nachmittag wurde mir von einer Krankenschwester der Arztbrief überreicht und ich wurde ohne weiteres entlassen.Ich kann das alles nicht verstehen und ich habe große Angst, das meinem Sohn so etwas nochmal passiert.Über eine Antwort von Ihnen würd ich mich sehr freuen. Mit freundlichen Grüßen Frau Samirah D.

Antwort:

Dabei kann es sich auch um eine banale Kreislaufschwäche handeln.
 
Unter Krampfanfällen bei Kindern werden eine Reihe von Krankheitsbildern zusammengefasst, die durch das Auftreten bestimmter neurologischer Muster gekennzeichnet sind.  

Etwa 1 % der Kinder leiden unter zeitweisen Krampfanfällen betroffen, bei ca. 75% treten die ersten Anfälle bereits im Kindesalter auf.
 
Die Bereitschaft zu einem Krampfanfall ist bei jedem Menschen vorhanden und unter bestimmten Voraussetzungen kann es zu einem Krampfanfall kommen. Krampfanfälle sind Folge von abnormen Entladungen der Nervenzellen im Gehirn, die eine unkontrollierte Anspannung und Zuckungen der Muskulatur mit Bewußtseinsstörungen verursachen. Meist sind diese Anfälle harmlos oder überhaupt einmalig, wie der Fieberkrampf. Manchmal liegt dem aber auch eine Erkrankung wie Epilepsie zugrunde, die die Kinder viele Jahre lang begleiten kann.
 
Manchmal gehen einem Anfall Vorzeichen voraus. Reizbarkeit, Kopfschmerzen oder Sinneswahrnehmungen können auftreten, dieses Phänomen nennt man auch Aura. Die Kinder verdrehen bei einem Anfall die Augen und reagieren nicht. Die Muskeln können stark angespannt sein oder zucken.

Kurze Atemstillstände können auftreten, die Kinder können in die eigene Zunge beißen. Speichel tritt aus dem Mund aus und die Kontrolle über seine Ausscheidungsorgane kann verloren gehen. Nach dem Anfall ist das Kind meist nicht ansprechbar und schläfrig.
Manche Krampfanfälle bemerkt man schwer.
 
Sehr wichtig ist die Vorgeschichte, die genaue Beschreibung des Anfalls und die körperliche Untersuchung. Eine Gehirnstrom-Messung ode Elektroenzephalogramm (EEG) zeigt die Krampfbereitschaft des Gehirns und ermöglicht eine Zuordnung der Anfälle.
Zu Beginn der Erkrankung ist oft eine stationäre Aufnahme notwendig, damit das Kind genau beurteilt werden kann. Ziel der Behandlung einer Epilepsie ist die Anfallsfreiheit.
 

Nach dem ersten Anfall oder bei ungewöhnlichen Anfallsformen sollte ein Kind ärztlich untersucht werden.  Wenn bei dem Kind Anfälle bekannt sind, ist eine Untersuchung nur dann erforderlich, wenn der Anfall ungewöhnlich lange dauert oder nicht mehr aufhört bzw. wenn mehere Anfälle nacheinander auftreten.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 3. Dezember 2009 erstellt.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 6. Dezember 2009 letztmalig geändert.