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Krampfanfall bei Kleinkindern

Frage von: Anja K. 

Frage:

Hallo, unser Sohn (geb.Februar 2007) hatte am 5.09.09 seinen ersten Krampfanfall,der mit bläulicher Gesichtsfärbung und Zuckungen in den Armen sowie starker Müdigkeit einherging.Wir dachten im ersten Moment an Verschlucken,aber da war nichts.Wir bekamen dann schnell Hilfe von Nachbarn,die schon einen Krampf vermuteten.Der Notarzt tippte auf eine starke Erkältung und brachte ihn aber ins Krankenhaus,wo er sofort im Auto einschlief. Der behandelnde Arzt konnte nichts von einer Erkältung feststellen und durch unsere Erklärung mit dem Zucken war er alarmiert.Wir wurden aufgenommen und bei der Blutentnahme später tat er den Ärzten den Gefallen und wiederholte das Ganze. Der Arzt meinte,das war schon generalisiert und er machte bei dem Anfall Schmatz-und Schluckgeräusche.War schlimm,das mit anzusehen.Nach 3 Minuten hat er 10 mg Diazepam bekommen. EEG`s und EKG war unauffällig.Seitdem hat er nichts mehr gehabt.Meine Frage wäre,ob das manchmal auch wachstumsbedingt sein kann,denn er hat an Größe zugelegt. Auf Tabletten wurde er nicht eingestellt, da es erst 2mal war und keine Ursache gefunden wurde.Was kann das noch für Ursachen haben? Bin seit dem Tag mit meinem Mann in ständiger Sorge und zerbrech mir den Kopf darüber.Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit,das das wieder auftritt oder gar nicht wieder kommt? Gibt es irgendwelche Vorzeichen,das man eventuell gewarnt ist.Kann das auch irgendwann von selbst ausheilen? Vielen Dank für Ihre Hilfe. Mit freundlichen Grüßen Anja K.

Antwort:

Unter Krampfanfällen bei Kindern werden eine Reihe von Krankheitsbildern zusammengefasst, die durch das Auftreten bestimmter neurologischer Muster gekennzeichnet sind. 
 
Etwa 1 % der Kinder leiden unter zeitweisen Krampfanfällen betroffen, bei ca. 75% treten die ersten Anfälle bereits im Kindesalter auf. Krampfanfälle sind Folge von abnormen Entladungen der Nervenzellen im Gehirn, die eine unkontrollierte Anspannung und Zuckungen der Muskulatur mit Bewußtseinsstörungen verursachen.
 
Sehr wichtig ist die Vorgeschichte, die genaue Beschreibung des Anfalls und die körperliche Untersuchung. Eine Gehirnstrom-Messung ode Elektroenzephalogramm (EEG) zeigt die Krampfbereitschaft des Gehirns und ermöglicht eine Zuordnung der Anfälle.
 
Manchmal gehen einem Anfall Vorzeichen voraus. Reizbarkeit, Kopfschmerzen oder Sinneswahrnehmungen können auftreten, dieses Phänomen nennt man auch Aura. Die Kinder verdrehen bei einem Anfall die Augen und reagieren nicht. Die Muskeln können stark angespannt sein oder zucken. Kurze Atemstillstände können auftreten, die Kinder können in die eigene Zunge beißen. Speichel tritt aus dem Mund aus und die Kontrolle über seine Ausscheidungsorgane kann verloren gehen. Nach dem Anfall ist das Kind meist nicht ansprechbar und schläfrig. Manche Krampfanfälle bemerkt man schwer.
Wenn das EEG in Ordnung war, wird keine gravierende neurologische Ursache zugrundeliegen.  Eine Vorhersage der Wiedrholung ist leider nicht möglich

Der Inhalt dieser Seite wurde am 11. November 2009 erstellt.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 24. November 2009 letztmalig geändert.