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Polypen (4,5 Jahre)

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Die HNO Ärztin hat heute vergrößerte Polypen bei meiner Tochter Lisa (4,5 Jahre) festgestellt. Sie schnarcht nachts, spricht eher undeutlich, hatte oft Mittelohrentzündung. Ist eine OP in diesem Alter zu empfehlen, bzw. können die Polypen sich verkleinern? Welche Risiken sind zu beachten?

Antwort:

Rachenmandeln  können - vor allem im Alter von etwa 4-5 Jahren - vergrößert sein. Durch die damit verbundene Behinderung der Nasenatmung schnarchen die Kinder häufig und atmen durch den Mund. Die Kinder sind in der Regel unausgeschlafen, da die Nachtruhe kontinuierlich gestört ist.

Unmittelbar neben der Rachenmandel liegt der Eingang zum Mittelohr. Ist er durch die Größe der Rachenmandeln verlegt, so kann sich hinter dem Trommelfell Flüssigkeit ansammeln. Das kann zu Hörstörungen oder wiederkehrenden Infektionen des Mittelohres führen.

Die Rachenmandeln bilden sich im Lauf des Volksschulalters langsam wieder zurück.

Entscheidend für die Frage, ob eine Operation nötig ist oder nicht ist die Stärke der Beschwerden (nächtliches Schnarchen, Mundatmung, häufige Mittelohrentzündung; Hörstörung). Der HNO-Arzt kann den Nasenrachenraum mit speziellen Optiken einsehen, um zusätzliche Information zu gewinnen.

Die Operation:

Rachenmandeln werden heutzutage in Vollnarkose entfernt, den entsprechenden Eingriff nennt man Adenotomie. Die Ausschälung wird mit einem speziellen Instrument über dem mit einem Mundsperrer geöffneten Mund vorgenommen. Eine Wundnaht erfolgt bei dem nur wenige Minuten dauernden Eingriff nicht.

Risiken der Operation:

Durch den Mundsperrer können sich speziell bei Kindern manchmal Milchzähne lockern. Nach einer Rachenmandelentfernung können die Kinder - allerdings sehr selten - nachbluten; es können Schluckstörungen und Schmerzen bestehen. Kinder müssen deshalb nach der Operation häufig zum Trinken angeregt werden.

Üblicherweise wird der Eingriff während eines mehrtägigen Krankenhausaufenthaltes vorgenommen. Liegen keine wesentlichen Vorerkrankungen oder Störungen der Blutgerinnung vor, so kann der Eingriff auch ambulant erfolgen.

Nachbehandlung:

Für mindestens 2 weitere Wochen sollten körperliche Anstrengung, heißes Duschen, Baden oder Haarewaschen vermieden werden, also Tätigkeiten, die Blutfülle im Kopf vermehren. Jeder mit einer Anstrengung verbundene Blutdruckanstieg könnte zu einer Nachblutung führen.

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Der Inhalt dieser Seite wurde am 25. März 2014 erstellt.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 29. Juli 2014 letztmalig geändert.