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Richtiges Aufwecken von Kleinkindern

Frage von: Lidija

Frage:

Sehr geehrter Herr DDr. Voitl!
Mein Sohn Emanuel ist 21 Monate alt, und schläft eigentlich von Anfang an "nur" nach Bedarf, dh bis jetzt ist es mir nicht gelungen in zu festen Zeiten ins Bett zu bewegen (harte Vorgehensweisen - Kind schreien lassen - lehnte ich ab). Am Abend geht er sehr spät liegen dh ca. um 23 Uhr. In der Früh steht er zw. 8 Uhr und 9:30 Uhr auf. Nachmittagsschlaf dauert ca. 1 Stunde.
In den letzten 2 Wochen läßt er sich abends fast nicht ins Bett bringen. Rituale hin und her ... ich konnte noch nicht eruieren, ob er Einschlafschwierigkeiten hat oder ob er schon versucht seinen eigenen Willen durchzusetzen. Müde ist er auf jeden Fall ...
Da er ab September in die Krabbelstube kommt, und ich ab November wieder zu arbeiten beginne, müßte ich allmählich anfangen ihn in der Früh zu einer festen Zeit zu wecken. Wie soll ich am Besten vorgehen? Und auf was ist betreffend Schlafrythmus zu achten?
Für eine baldige Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Mit freundlichen

Antwort:

Schlaf ist die natürliche Erholungsphase für Körper und Geist. Bereiten Sie sich auf die Umstellung der Schlafgewohnheuiten Ihres Kindes vor: Die Vorbereitung ist wichtig, damit Sie nicht nach der ersten Nacht aufgeben. Sprechen Sie als Eltern untereinander ab, wie Sie die Sache angehen wollen. Gehen Sie gleichzeitig mit Ihrem Kind zu Bett, um selbst genügend Ruhe zu bekommen. Verabreden Sie mit Ihrem Partner vorher, wann genau Sie aufstehen wollen. Beginnen Sie mit dem kleinstmöglichen Mitteln Wenn das Kind erwacht, streicheln Sie es sanft, decken Sie es gut zu und geben Sie ihm seinen Schnuller. Dies hilft vielleicht für eine Stunde. Versuchen Sie die gleiche Prozedur noch einmal. Findet Ihr Kind noch immer nicht zur Ruhe, wickeln Sie es. Machen Sie jedoch kein Licht, und unterhalten Sie es nicht. Vielleicht schläft es danach etwa eine weitere Stunde. Denken Sie aber daran, die Nacht für Ihr Kind so ruhig und wenig interessant wie irgend möglich zu gestalten.

Bevor Sie sich über den von der Norm abweichenden Schlafrhythmus ihres Kindes Sorgen machen, vergleichen Sie diesen mit den Schlafgewohnheiten naher Verwandter oder mit Ihrem eigenen als Kind. Es kann sein, dass sich hier Ähnlichkeiten feststellen lassen.

Gute Ratschläge
• Verbinden Sie das Ablegen Ihres Kindes mit etwas Gemütlichem. Lesen Sie ihm etwas vor, massieren Sie es, baden Sie es vor dem Zubettgehen usw.
• Halten Sie feste Bettzeiten ein.
• Bringen Sie Ihr Kind NIE "zur Bestrafung" ins Bett.
• Bringen Sie Ihr Kind stets zu Bett, bevor es übermüdet ist und buchstäblich vor Müdigkeit umfällt.
• Ihr Kind muss nicht sofort einschlafen. Lassen Sie das Kind im Bett zur Ruhe kommen.
• Wiegen wirkt in der Regel schlaffördernd.
• Dämpfen Sie das Licht , oder löschen Sie es ganz beim Zubettgehen.
• Dämpfen Sie das generelle Aktivitätsniveau der Familie, d. h.: drehen Sie den Fernseher oder die Musik leiser, dämpfen Sie Unterhaltungen ein wenig.
• Ist Ihr Kind nachts unglücklich, nehmen Sie es nicht hoch, sondern bleiben Sie nur bei ihm, bis es zur Ruhe kommt. Lassen Sie es sich NICHT in den Schlaf weinen. Ein weinendes Kind muss immer getröstet werden!
• Das Kind ins Bett der Eltern zu nehmen, kann dazu führen, dass Sie ihm dies später wieder abgewöhnen müssen. Andererseits ist es eine effektive Methode, Ihr Kind zum Einschlafen zu bringen.

Bei ausbleibender Besserung empfiehlt es sich, professionelle Hilfe (Kinderpsychologin) in Anspruch zu nehmen.

 

Der Inhalt dieser Seite wurde am 4. August 2009 erstellt.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 4. August 2009 letztmalig geändert.