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Schleimiger Husten (15 Mon.)

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Hallo Dr. Voitl, mein Sohn (15 M.) hatte letzte Woche starken Schnupfen mit Fieber und ab und an hat er gehustet. Unser Kinderarzt meinte, dass es ein Infekt wäre und hat uns nur Tropfen gegen den Schnupfen und Fieberzäpfchen verschrieben. Jetzt ist es so, dass das Fieber weg ist und der Schnupfen eigentlich auch aber er hustet mehr. Vor allem in der Nacht wacht er 1-2-mal an einem Hustenanfall auf. Meines Erachtens ist es kein Reizhusten sonder eher schleimigen Husten. Was kann ich tun, damit die Anfälle in der Nacht wegbleiben und er wieder ruhig schlafen kann? Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort Tine

Antwort:

Bei feuchtem oder produktivem Husten können schleimlösende Expektorantien das Abhusten des zähen Schleims unterstützen. Substanzen wie Acetylcystein verändern die Struktur des Schleims und erleichtern das Aushusten. Andere Substanzen wie Ambroxol regen die Produktion eines dünnflüssigen Sekretes an. Hier steht ein Wirknachweis allerdings aus. Diese Säfte gibt es als Saft, Kapseln oder Brausetabletten.

Clenbuterol (z.B. in Mucospas) ist ein Hustenmittel aus der Gruppe der Betaagonisten und wirkt schleimmobilisierend.

Zudem gibt es sehr gut wirksame pflanzliche Hustentees, etwa aus Anis, Lakritz (Süßholzwurzel), Huflattich oder Thymian. Auch Erkältungsbäder mit ätherischen Ölen (bei kleinen Kindern ohne Menthol) können helfen.

Andere pflanzliche Schleimlöser:

Verbasci flos (Wollblumen), Foenugraeci semen (Bockshornsamen), Plantaginis lanceolatae herba (Spitzwegerichkraut), Primulae radix (Primelwurzel), Polygalae radix (Senegawurzel), Liquiritiae radix (Süßholzwurzel), Hederae helicis folium (Efeublätter),  Foeniculi vulgare (Fenchel), Anisi fructus (Anis), Thymi herba (Thymiankraut), Serpylli herba (Quendelkraut); Eucalypti folium (Eukalyptusblätter; zur Inhalation)

Unsinnige Wirkstoffkombinationen:

Die Kombination eines Schleimlösers mit einem Hustenreizdämpfer wird nicht empfohlen. Der gelöste Schleim kann dadurch nicht abgehustet werden. Sinnvoller ist es, tagsüber zu einem Schleimlöser zu greifen und nachts zu einem Hustenreizdämpfer.

Zuviel Alkohol, nämlich über fünf Prozent in Säften und über zehn Prozent in Tropfen, ist für Kinder nicht geeignet.

Auch Zusätze von Dibutylphtalat, einer Substanz, die die Kapseln magensaftresistent und damit magenschonend macht, sind nicht empfehlenswert. Phtalate stehen im Verdacht, Leber, Nieren und die Fortpflanzungsorgane schädigen zu können.

Häufig sind Erkrankungen der Atemwege durch Viren bedingt, weshalb viele Verordnungen von Antibiotika nicht wirksam sind.

Tipps:

  • Viel Flüssigkeit trinken, am besten Tee
  • Eine Teemischung könnte aus Thymian, Huflattich, Spitzwegerich, Eibischwurzel oder Anis bestehen - am besten ungezuckert.
  • Allgemein sollte die Kost vitaminreich sein.
  • Liebevolle Pflege macht schneller gesund.
  • Legen Sie feuchte Handtücher auf die Heizkörper, denn trockene Luft reizt die Atemwege.
  • Befreien Sie die verstopfte Nase mit Nasentropfen, damit das Kind nicht durch den Mund einatmen muss, was den Hustenreiz durch das Auftreffen der kalten, trockenen Luft auf die Schleimhäute verstärkt.-Tipp: Halten Sie dem Kind nach Einträufeln des Nasensprays kurz den Mund zu: Dann muss es durch die Nase einatmen und die Tropfen können nicht wieder aus der Nase herauslaufen.
  • Auch Hustenbonbons können ein gutes Mittel sein. Sie enthalten meistens ätherische Öle, die beim Lutschen die Speichelbildung anregen.
  • Hilfreich sind warme Brustwickel, die den fest sitzenden Schleim lösen können. Wenn Ihr Kind zusätzlich fiebert, sind aber eher kühle Wickel (Essigpatscherl) zu empfehlen.
  • Verwenden Sie spezielle Hustenmittel für Kinder, da Hustensaft bei ihnen anders dosiert werden muss.
  • In den Säften und Tropfen sollte kein Alkohol enthalten sein.
  • Verwenden Sie Hustendämpfer nur bei trockenem Husten.

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Der Inhalt dieser Seite wurde am 25. März 2014 erstellt.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 29. Juli 2014 letztmalig geändert.