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Absinth

Der Absinth

Bis 1991 war die Verwendung von Wermutöl verboten, seit der Wiederzulassung erleben Getränke mit diesem Zusatz eine Renaissance. Obwohl das Verbot der Abgabe von Alkohol an Jugendliche unter 18 Jahren gültig ist, nimmt der Konsum zu.

Absinth ist ein hochprozentiger Kräuterlikör, der mit Wermutauszügen versetzt ist. Das Wort „Absinth" stammt vom Hauptbestandteil des Getränks, dem Wermutkraut (Artemisia absinthium und A. pontica) ab. Neben Wermut kann Absinth unter anderem noch Anis, Sternanis, Fenchel, Ysop, Zitronenmelisse, Angelika, Kalmus, Origanum dictamnus, Koriander, Veronica, Wacholder und Muskat enthalten.

Da es keine offizielle Definition für Absinth gibt, kommen viele minderwertige Produkte auf den Markt, die manchmal sogar nur den Namen gemein haben. Die Grünfärbung wird bei „echten Rezepturen" durch Chlorophyll, bei Plagiaten künstlich hervorgerufen. Neben der „Grünen Fee" gibt es auch (künstlich) rot, schwarz oder blau eingefärbte Varianten. Absinth sollte sich durch eine nachweisbare Verwendung von Wermut von anderen Spirituosen unterscheiden.

Der Alkoholgehalt kann beträchtlich sein: Absinthe des essences, Absinthe ordinaire mit mind. 45% Alkohol, Absinthe demi-fine, Absinthe fine und Absinthe Suisse mit bis zu 90% Alkohol. Das Rezept für Absinth entstand im heutigen schweizerischen Kanton Neuenburg. Für diese Gegend ist der Konsum von mit Wermut versetzten Wein ab 1737 belegt. Traditionell werden die Kräuter erst mazeriert, daraufhin destilliert, um nur die leichtflüchtigen Komponenten zu erhalten und dann noch mal mit Kräutern versetzt um die Grünfärbung und ein stärkeres Aroma zu erhalten. Abschließend wird der Absinth beim servieren mit Wasser auf Trinkstärke verdünnt - dabei tritt der sogenannte Louche Effekt auf, einer schlierenhaften Trübung der sonst klaren Flüssigkeit - und manchmal mit Zucker versetzt.

Nach Bekanntwerden eines Mordfalls im Absinthrausch 1905 entstanden weltweit Verbote und Einschränkungen, die sich bis circa 1990 hielten. Doch bereits am Höhepunkt der Absinth-Popularität im 19. Jahrhundert wurden seine schädlichen Auswirkungen, die zusammengefasst als „Absinthismus" beschrieben wurden angeprangert.

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Wirkung

Möglicherweise ist eine Placebowirkung durch den Glauben an Berichte aus der Künstlerszene, deren Darstellungen und Werke auf psychedelische Wirkungen schließen lassen, für die tatsächlichen Wirkungen mitverantwortlich. In geringer Dosierung soll Absinth ein berauschendes, euphorisierendes und stimulierendes Gefühl bereiten, in hohen Dosen seien halluzinogene Wirkungen möglich. Das Zeitgefühl verändert sich, Farben werden kräftiger, die Sehschärfe nimmt zu und Musik wird lauter empfunden. 

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Nebenwirkungen

Die hauptsächlichen gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen des Absinths hängen mit dem hohen Alkoholgehalt von bis zu 80 Volumsprozenten zusammen, woraus auch eine entsprechende Abhängigkeit resultieren kann.

Der Absinthismus wird beschrieben als Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Halluzinationen und Wahnvorstellungen, Sehstörung bis Blindheit, Kopfschmerz, Entzugserscheinungen, Abhängigkeit, Persönlichkeitszerfall, Gedächtnisstörung, Krämpfe und Paralyse bis Tod oder Selbstmord - wurde insbesondere auf die Substanz „Thujon" zurückgeführt. Thujon ist mit bis zu 90% der Hauptbestandteil des Wermutöls, es gibt aber auch thujonfreie Varianten.

Neuere toxikologische Bewertungen, zum Beispiel der WHO, führten schließlich zur Rehabilitation von Absinth, allerdings mit der Auflage von Grenzwertbestimmungen für Thujon (in der EU 35 mg/kg; in den USA 10 mg/l). Seit der Legalisierung trat kein weiterer Fall von Absinthismus auf, wodurch die Hypothese entstand, dass in historischem Absinth höhere Thujongehalte vorhanden waren. Dies wurde in neueren Arbeiten nicht bestätigt.

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Wechselwirkungen

Die Wechselwirkungen von Absinth mit anderen Inhaltsstoffen (vor allem mit Alkohol), sowie Langzeitwirkungen sind kaum erforscht. Grundsätzlich können viele Bestandteile des Wermuts, zum Beispiel Thujon, Fenchon und Pinocamphon in hohen Dosen Krämpfe auslösen. Bei Mäusen wurden Schädigungen an den Genen sowie an Nieren und am Nervensystem nachgewiesen.

Es gibt einen einzigen dokumentierten Fall einer Thujonintoxikation beim Menschen mit akutem Nierenversagen und Krämpfen als Folge. Ein Rauschzustand blieb allerdings aus. Eine grundsätzlich toxische Wirkung von Thujon wurde bisher in keiner Studie signifikant bestätigt. Es gab eine Wermuttherapie bei Morbus Crohn, auch hier wurden keine Nebenwirkungen dokumentiert. Absinthismus kann vermutlich durch den chronischen oder akuten Alkoholmissbrauch bzw. dessen Entzugserscheinungen erklärt werden.

 

© cand. med. Julian Voitl und Dr. Peter Voitl

 

 

Inhalt erstellt am:
4. November 2008

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