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Aggressives Verhalten

Aggressives Verhalten ist bei Kindern nicht selten und stellt einen häufigen Grund für die Konsultation eines Kinderpsychologen, Kinderpsychotherapeuten oder auch eines Kinderpsychiaters dar.

Aggressive Reaktionen können eine vorübergehende Erscheinung sein oder aber sich dauerhaft etablieren. Die sogenannte Trotzphase (zwischen zweitem und drittem Lebensjahr) ist eine vorübergehende Entwicklung und stellt einen der Meilensteine in der natürlichen Entwicklung von Kindern dar. Aggression selbst ist nicht  pathologisch, im Gegenteil, ein gewisses Maß an aggressivem Verhalten ist notwendiger Bestandteil einer gesunden Entwicklung. Jeder Mensch und jedes Kind muss lernen, für sich und seine Bedürfnisse zu kämpfen.

Ein entsprechender Umgang im Familienmilieu mit der kindlichen Aggression ist eine wichtige Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung. Das Kind muss letztlich lernen, mit seinen aggressiven Impulsen in einer Weise umzugehen, dass weder es selbst noch sein Gegenüber zu Schaden kommt. Hier stellt Gewaltfreiheit seitens der Eltern eine absolut unumgängliche Voraussetzung dar.

Die Ursachen für  übermäßig aggressives Verhalten gegen andere oder auch für autoaggressives Verhalten gegenüber sich selbst sind vielfältig. Aggressive Verhaltensweisen von Kindern stellen  oft einen Hilferuf im Rahmen belastender Situationen dar; Scheidungen oder Konflikte im Freundeskreis können zu Aggressivität führen. Misshandelte Kinder sowie auch sexuell missbrauchte Kinder zeigen oft aggressive Verhaltensweisen. Nicht selten ist starkes aggressives Verhalten Ausdruck dahinter liegender Angst. In gravierenden Fällen kann es aber auch Ausdruck einer mangelnden Gewissensbildung durch starke emotionale Verwahrlosung darstellen. Autoaggressives Verhalten  stellt stets eine behandlungsbedürftige Symptomatik  dar. Die Behandlung aggressiven Verhaltens richtet sich nach der Ursache, die Einbeziehung der Eltern und manchmal auch eines weiteren sozialem Umfeldes ist sinnvoll.

Tipps

  • Oft will ein Kind einfach erfahren, wie weit es gehen kann; man sollte daher klare Grenzen ziehen.
  • Bieten Sie Ihrem Kind Gelegenheit, auf andere Weise „Dampf abzulassen“ (z.B. Spielplatz, Sport).
  • Achten Sie auf Ihre Vorbildwirkung! "Wer sein Kind schlägt, lehrt es schlagen".
  • Kinder sollen sich laut ausdrücken dürfen, wenn sie wütend sind.
  • Liebevolle Zuwendung zum Kind kann viele Aggressionen verhindern.
  • Versuchen Sie, Situationen in denen Aggressivität oft entsteht, zu verstehen und  mit dem Kind darüber zu sprechen.
  • Nehmen Sie Ihr Kind und seine Bedürfnisse ernst.
  • Suchen Sie professionelle Hilfe auf, wenn Sie merken, dass Sie selbst nicht mehr zurecht kommen, vielleicht selbst aggressiv auf das Verhalten Ihres Kindes reagieren oder insgesamt der Eindruck entsteht, dass Ihr Kind ein zugrundeliegendes Problem haben könnte, welches sich über vermehrt aggressives Verhalten äußert.
  • Lassen Sie nicht zu, dass Ihr Kind Sie oder andere schlägt oder sich selbst schlagen will.
  • Schreiten Sie ein, wenn Ihr Kind  verzweifelt ist.
  • Zögern Sie nicht, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, bevor die Situation eskaliert!

© DDr. Peter Voitl

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Der Inhalt dieser Seite wurde am 7. September 2010 erstellt.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 4. Juli 2011 letztmalig geändert.