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Analfissuren

Frisches Blut auf dem Stuhl oder dem Toilettenpapier sowie Schmerzen beim Stuhlgang sind Symptome für Fissuren (kleine Einrisse) im Analbereich. Diese sollten umgehend behandelt werden, damit das Kind nicht den Stuhlgang aus Angst vor Schmerzen unterdrückt und es dann zur Verstopfung kommen kann. Somit ist jedenfalls ein Besuch beim Arzt angezeigt. In sehr seltenen Fällen kann auch ein chirurgischer Eingriff notwendig sein.

Allerdings stellt die häufigste Ursache für diese kleinen Einrisse eine Verstopfung (Obstipation) mit hartem Stuhl dar. Die Behandlung besteht in diesem Fall jedenfalls in einer Stuhlregulierung; bei Säuglingen mit Quellmitteln (z.B. Lactulose), die dafür sorgen, dass der Stuhl möglichst weich bleibt/wird, und bei größeren Kindern durch die Gabe von Macrogol (z.B. Movicol). Zudem im Auftragen entsprechender Salben, die den Analbereich schützen und den Wundheilungsprozess fördern (z.B. Vaseline).

Vorsicht: Bitte verwenden Sie dafür keine Hämorrhoiden- oder Fissurensalben, die für Erwachsene angeboten werden. Liegt die Ursache für die Analfissuren im regelmäßigen Zurückhalten des Stuhls, aus welcher sich zwangsläufig auch Verstopfungen ergeben, ist ein Besuch bei einem Kinderpsychologen/Kinderpsychotherapeuten dringend zu empfehlen.  Dem Zurückhalten von Stuhl liegt  immer eine psychische Ursache zugrunde, wodurch der Stuhl nicht entsprechend abgesetzt werden  kann. Sollte  ein regelmäßiges Eincremen des Analbereichs nötig sein, kann das Kind darin geschult werden, diese Tätigkeit selbst zu übernehmen.

© DDr. Peter Voitl

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Der Inhalt dieser Seite wurde am 4. April 2011 erstellt.