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Bernsteinketten

Die Verwendung von Bernsteinketten bei Säuglingen und Kleinkindern hat in letzter Zeit zugenommen. Diese Bernstein-Halsketten werden in Apotheken und Drogerien verkauft.

Aufgrund einiger aktueller Unfälle in der Schweiz hat die renommierte Fachzeitschrift Swiss Pediatrics vor der damit verbundenen Strangulationsgefahr gewarnt. Zerreißt die Kette nicht, kann das Kind damit hängen bleiben, jedoch wegen der Atemnot nicht um Hilfe rufen. Wird es nicht rasch befreit, können die Folgen schwerwiegend sein. Es gibt einige Mitteilungen von  Strangulationsfällen durch Halsketten; betroffen sind vor allem Kinder von 0–2 Jahren.

Eine Publikation von 233 Strangulationsfällen in 119 Notfallstationen in den USA hat die Sicherheitskommission der Vereinigten Staaten veranlasst, den Verkauf von an Halsketten befestigten Schnullern verboten. Diese Empfehlung wurde ebenfalls in Europa übernommen, jedoch nicht für die Bernsteinketten.

Auch aus Frankreich wird aus dem Hôpital Necker-Enfants Malades in Paris berichtet, dass in Frankreich jährlich 30 Fälle von Strangulationsunfällen durch in der Nähe des Bettchens befindliche Vorhangkordeln, «Bernstein»-Halsketten und andere Halsketten erfasst werden.

Es gibt derzeit keinen objektiven Hinweis, der einen positiven Effekt von Bernstein auf das Zahnen belegen kann. Hingegen muss natürlich bezweifelt werden, dass die deutlich billigeren Halsketten aus Bernsteinimitation-Plastikperlen von irgendwelchem Nutzen sein können. Alle können hingegen eine Gefahr für das Kind darstellen, auch diejenigen aus echtem Bernstein.

Es wird daher dringend empfohlen, diese Ketten entweder zu vermeiden oder sich unbedingt zu vergewissern, dass die Halskette beim geringsten Zug reißen kann. Man sollte auch darauf achten, dass die Perlen beim Zerreißen der Halskette sich von dieser nicht lösen und das Kind sie nicht verschlucken oder inhalieren kann. Als Alternative kann eine einzelne echte Bernsteinperle verwendet werden, durch eine kurze Kette an der Kleidung des Kindes befestigt wird, wie dies auch für Schnuller üblich ist.

© DDr. Peter Voitl

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Der Inhalt dieser Seite wurde am 1. September 2009 erstellt.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 29. Juli 2014 letztmalig geändert.