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Brandverletzung

Verletzungen durch Hitzeeinwirkung sind nicht selten, viele Kinder verbrennen sich einmal an einem heissen Gerät oder Gegenstand. Schwerwiegender sind zumeist Verbrühungen durch heißes Wasser oder andere Flüssigkeiten, diese eher großflächig geschehen. Sie sollten ehebaldigst einem Arzt gezeigt werden.

Jedenfalls ist es wichtig, dass Sie im Falle einer Verbrennung oder Verbrühung sofort die richtigen Maßnahmen setzen:

  • Sind heikle Körperareale wie Gesicht, Hände, Genitale oder die Areale über den großen Gelenken betroffen, sollten Sie Ihr Kind jedenfalls in ärztliche Behandlung bringen, da vor allem die tatsächliche Tiefe der Verbrennung äußerlich nicht abgeschätzt werden kann. Größere Verbrennungen, bei denen sich Blasen bilden oder hellweiße nässende Wundflächen gehören ebenfalls umgehend ärztlich untersucht.

  • Bei Säuglingen ist besondere Vorsicht geboten, hier kann bereits ein ausgedehnter Sonnenbrand Grund sein, einen Arzt aufzusuchen.

  • Für die Erstversorgung von Brandverletzungen gilt die so genannte 20/20-Regel: Die betroffene Körperstelle sollte 20 Minuten lang in etwa 20 Grad kaltem Wasser zu kühlen. Das lindert den Schmerz und die Wärme wird gut abgeleitet. Dies kann bei schwerwiegenderen Verbrennungen auch auf dem Weg zum Arzt gemacht werden.

  • Lediglich in Fällen, da der überwiegende Teil des Körpers Verbrennungen erlitten hat, sollte keine Wasserkühlung zur Anwendung kommen, da hier eine Unterkühlung droht. In diesem Fall reicht es, den Körper mit sterilen Verbänden oder Leinentüchern abzudecken. Verwenden Sie vor dem Arztbesuch keine Cremen oder Brandsalben, da dies zu Verklebungen führen kann, deren Entfernung schmerzhaft ist.

  • In Fällen mit kleineren Verbrennungen können Sie nach dem Wasserbad einen sterilen Schutzverband mit Brandschutz oder Kühlsalbe auftragen. Eher kleine Verbrennungen können nach dem Wasserbad auch unbehandelt bleiben.

  • Gegen die Schmerzen sind Paracetamol-Zäpfchen oder -saft (Mexalen ®) hilfreich.

  • Brennt auch die Bekleidung, ist diese sofort mit Wasser abzulöschen. Niemals Decken aus Kunststofffasern zum Ersticken der Flammen verwenden, da der Kunststoff schmilzt und auf der Haut des Kindes verkleben kann.

  • Hat Ihr Kind selbst Kleidung aus Kunststofffasern getragen und klebt diese an der Haut, geben Sie die betroffene Stelle samt Stoff ins Wasser und versuchen Sie nicht, den Stoff abzulösen. Das sollte jedenfalls von einem Arzt durchgeführt werden. Bei möglicher Rauchgas-Inhalation sollte jedenfalls ein Arzt aufgesucht werden.

© DDr. Peter Voitl

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Der Inhalt dieser Seite wurde am 2. Mai 2011 erstellt.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 8. Februar 2013 letztmalig geändert.