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Das Fläschchen

Für den Fall, dass eine Mutter nicht stillen kann oder will, stehen zahlreiche Säuglingsmilchnahrungen zur Verfügung.

Die Säuglingsmilch

Spezialisierte Säuglingsnahrung ist die einzig sinnvolle Alternative zur Muttermilch. Säuglingsnahrung lässt sich sicher und einfach zubereiten und enthält die wichtigsten Nähr- und Aufbaustoffe für die jeweilige Altersstufe. Es gibt ein Stufensystem der Säuglingsmilchnahrungen, das sicherstellen soll, dass das Baby eine auf das jeweilige Alter abgestimmte Ernährung erhält. Säuglingsnahrung, die mit "pre" oder 1 gekennzeichnet ist, kann dem Baby von Anfang an gegeben werden. Milch, die mit einer 2 gekennzeichnet ist, ist erst für Babys ab dem 6. Lebensmonat geeignet. Die genaue Anleitung der Zubereitung und Richtlinien zur Mengenangabe stehen auf jeder Packungsrückseite.

Die Pre-Nahrung kommt der Muttermilch am nächsten. Sie ist dünnflüssig und sättigt nur kurze Zeit, Typ 1 Milchnahrung ist dickflüssiger und sättigt länger. Die HA 1 Nahrung ist für Babys, die allergiegefährdet sind. Typ 2-Nahrungen sollte man nicht vor dem 6. Lebensmonat geben, da sie recht kalorienreich ist.
Man beginnt mit der Pre-Nahrung und kann bei mangelnder Gewichtszunahme oder häufigem Aufwachen in der Nacht auf die Typ 1 Milch umsteigen. Zusätzlicher Tee ist meist nicht nötig.

Grundsätzlich gibt man dem Baby die Flasche mit pre-Nahrung bei Bedarf. Allgemein werden fünf Mahlzeiten in den ersten sechs Monaten empfohlen. Bei allen Empfehlungen denken Sie auch immer daran: Schon Neugeborene sind Individualisten. Die Anzahl und jeweilige Menge der Fläschchenmahlzeiten können stark schwanken. Man kann in der Regel auf das Hungergefühl des Babys vertrauen, kein Baby verhungert freiwillig. Ebenso wirken sich z.B. Blähungen, ein Zahn oder Müdigkeit auf das Essverhalten der Babys aus. Sollte Ihr Baby allerdings über einen längeren Zeitraum weniger essen, sollte der Kinderarzt konsultiert werden.

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Der Sauger

Ähnlich wie beim Stillen unterstützt der abgeflachte Sauger die Weitung des Unterkiefers, da die Zunge auf beide Seiten gedrückt wird. Die stark gewölbte Oberseite sollte sich der Entwicklung des Gaumens anpassen. Eine flache Lippenauflage ermöglicht einen festen Lippenschluss. Das Saugerloch sollte weit hinten und nicht an der Spitze platziert sein, damit die Nahrung länger im Mund bleiben kann. Dann wirkt der Speichel besser, eine Voraussetzung für eine gesunde Verdauung.

Es werden zwei unterschiedliche Materialien verwendet: Latex und Silikon.

Latex

Latex wird auf Basis von Naturkautschuk hergestellt und hat eine hohe Elastizität, gute Belastbarkeit, eine große Zug- und Reißfestigkeit, umweltfreundliche Entsorgung und die fehlende Bereitschaft zur statischen Aufladung -  Latex ist also nicht staubanziehend.

Damit besonders geeignet für Kinder, die schon Zähne haben - einem Latex-Sauger können sie damit nicht so schnell Schäden zufügen. Latex ist nicht so hitzebeständig wie Silikon. Durch Sonneneinstrahlung und häufiges Auskochen wird der Latexsauger schneller porös. Latex hat eine bräunliche Färbung - Silikon dagegen ist durchsichtig.

Silikon

Silikon ist ein gummielastisches Material von besonderer Weichheit, äußerst temperaturbeständig und geschmacksneutral. Silikon ist weicher und eventuell angenehmer für das Baby als Latex. Silikon ist weniger elastisch als Latex und reißt sehr schnell ein, wenn sich erst mal ein Riss gebildet hat. Dann können auch Stücke abbrechen und vom Kind verschluckt werden. Es ist frei von Schadstoffen, kochfest, geruchlos, transparent und hat eine glatte Oberfläche. 

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Die Größe

Die Mundhöhle wächst vom Neugeborenen bis zum Kleinkindalter sowohl in der Länge als auch in der Breite und Höhe. Es handelt sich zwar jeweils nur um wenige Millimeter, aber es hat sich gezeigt, dass Kinder mit Saugern, die sich z.B. nur in ihrer Länge um wenige Millimeter unterscheiden, bereits besser zurechtkommen als mit einer Einheitsgröße. Säuglinge kommen besser mit kleineren, Kleinkinder dagegen mit größeren Saugern klar.

Es gibt Sauger in der Größe 1 für Säuglinge von 0 bis 6 Monate, in der Größe 2 für Kinder ab 6 Monate - 18 Monate, und die Größe 3 ab 18 Monaten.

Bitte denken Sie daran: Die Altersangaben der Hersteller auf den Verpackungen der Sauger stellen lediglich eine grobe Richtlinie dar. Lassen Sie Ihr Kind auch selbst ausprobieren, welche Saugergröße es bevorzugt.

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Lochgrößen

Die unterschiedlichen Lochgrößen sind optimal auf unterschiedliche Nahrungen und auch auf Muttermilch abgestimmt. Entsprechend gibt es drei Größen (S=Small, M=Medium, und L=Large).

  • S steht für dünnflüssige Nahrung wie Muttermilch, Pre-Nahrung, Tee oder Wasser
  • M ist mittelfein für Milchnahrung
  • L ist groß für dickflüssige Nahrung (Breisauger)

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Reinigung

Nach jeder Mahlzeit sollte das Fläschchen mit kaltem Wasser ausgespült werden, damit keine Milchreste im Fläschchen bleiben. Das Gleiche gilt für den Sauger. Um das Fläschchen oder den Sauger richtig reinigen zu können, benutzen Sie möglichst eine Flaschenbürste und normales Spülmittel. Nachdem das Fläschchen und der Sauger gereinigt worden sind, sollten sie, solange das Baby keine 6 Monate alt ist, beides sterilisieren. Ist das Baby älter als 6 Monate, genügt es, Fläschchen und Sauger mit dem normalen Geschirr in der Spülmaschine zu reinigen.

Zum Sterilisieren können Fläschchen und Sauger entweder im Wasser mindestens 3 Minuten ausgekocht werden oder sie nutzen einen Vaporisator. Alle Teile, die desinfiziert werden sollen, müssen vorher sorgfältig gereinigt werden. Abwaschen alleine reicht nicht aus, Nahrungsmittelreste können leicht zur Bakterienbildung führen. Drücken Sie dabei auch etwas Wasser durch das Saugerloch, damit auch dieses von Nahrungsresten befreit wird.

Wenn alle Teile gründlich gereinigt wurden, können sie nun bei Bedarf desinfiziert werden; etwa im Vaporisator.

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Die Zubereitung

Vergewissern Sie sich, dass das gesamte Flaschenequipment sauber ist. Bereiten Sie jede Milchmahlzeit genau nach den Angaben auf der Packung zu. Wenn Sie unterwegs sind oder in der Nacht können Sie eine Isolierflasche mit frisch abgekochten Wasser bereithalten und die Flasche bei Bedarf zubereiten. Wenn Sie zu wenig Pulver nehmen wird die Milch dünn; wenn die Milch zu dick ist, nimmt Ihr Baby schnell zu.

In der Regel genügt es, wenn Sie abgekochtes Leitungswasser verwenden. In manchen Regionen Österreichs gibt es Hausbrunnen mit einem zu hohen Nitratgehalt (es soll einen Wert von 50 mg/l nicht überschreiten). Dann sollten Sie das Fläschchen mit abgekochtem, stillen Mineralwasser zubereiten. Ob das Leitungswasser den Anforderungen für die Zubereitung von Babynahrung genügt, erfahren Sie über das zuständige Wasserwerk. Da Sie im Ausland selten die Wasserqualität kennen, sollten Sie dort grundsätzlich auf abgekochtes, stilles Mineralwasser zurückgreifen.

Das Wasser muss auf mindestens 60°C erhitzt werden und anschließend circa 30 Minuten abkühlen. Füllen Sie nun die erforderliche Wassermenge in die Flasche. Man soll zuerst das Wasser in die Flasche geben, damit die Milch die korrekte Konzentration erhält. Geben Sie nun die angegebene Milchpulvermenge laut Packungsanleitung in die Flasche und achten Sie auf die richtige Messlöffelanzahl.

Verschließen Sie die Flasche mit dem entsprechenden Verschluss und schütteln diese anschließend kräftig, bis sich das Milchpulver völlig aufgelöst hat.

Kontrollieren Sie bitte immer die Milchtemperatur. Ist die Milch zu heiß, dann kühlen Sie sie ab, indem Sie die Flasche unter kaltes Wasser halten. Sie können die Temperatur überprüfen, indem Sie einige Tropfen auf die Innenseite Ihres Handgelenks träufeln.

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Die Aufbewahrung

Angerührte Milch soll nur kurz aufbewahrt werden, da das Milchpulver an sich nicht steril ist. Zubereitete und erwärmte Milchnahrung ist besonders bei Temperaturen von 25-45 °C ein recht guter Nährboden für Bakterien. Abgepumpte Muttermilch kann  im Kühlschrank bei unter 5 Grad aufbewahrt werden.

© DDr. Peter Voitl

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Der Inhalt dieser Seite wurde am 1. Dezember 2008 erstellt.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 18. Juli 2011 letztmalig geändert.