Diphtherie bei Kindern
Sprungmarken im Text
- Was ist Diphtherie?
- Wie wird Diphtherie übertragen?
- Was sind die Anzeichen für Diphtherie?
- Wie erfolgt die Diagnosestellung?
- Wie wird Diphtherie behandelt?
- Welche Komplikationen können auftreten?
- Wie kann man der Erkrankung vorbeugen?
Diphtherie ist eine in Westeuropa selten gewordene bakterielle Erkrankung der Schleimhäute von Mund, Rachen und Kehle, der mit einer Impfung vorgebeugt werden kann.
Was ist Diphtherie?
Früher war Diphtherie als „Würge-Engel bei Kindern“ bekannt. Säuglinge erkranken am häufigsten in den ersten zehn Lebensmonaten. Manchmal befällt die Krankheit auch ältere Kinder und Erwachsene. Die meisten älteren Menschen sind immun, da sie mit dem Erreger in Kontakt gekommen sind, ohne dass bei ihnen die Krankheit ausbrach.
Menschen, besonders abwehrstarke Erwachsene, können den Erreger in sich tragen und ihn weitergeben, ohne selbst zu erkranken. Wer einmal Diphtherie hatte, ist bis zu einem gewissen Grad immun, kann jedoch erneut erkranken.
Diphtherie wird durch Bakterien – Corynebacterium diphtheriae – ausgelöst. Es ist eine schwere meldepflichtige Krankheit, die gehäuft in den Wintermonaten auftritt. Im Abstand von mehreren Jahrzehnten breitet sich Diphtherie epidemieartig aus, vor allem in Ländern mit niedrigem Lebensstandard, mangelnder medizinischer Versorgung und unhygienischen Zuständen.
In Westeuropa ist die Krankheit selten geworden, denn Kinder werden heute im ersten Lebensjahr gegen Diphtherie geimpft (siehe Impfungen). Das trifft nicht flächendeckend für alle osteuropäischen Länder zu.
Die Bakterien befallen die Schleimhäute von Mund, Rachen und Kehlkopf und produzieren dort einen Giftstoff – Endotoxin – der zu den stärksten biologischen Giften gehört. Er schädigt das Gewebe und führt zu lebensbedrohlichen Erkrankungen anderer Organe, da sich das Gift über den Blutweg im gesamten Körper verteilt. Ein Teil der infizierten Personen leidet unter schweren Folgeerkrankungen. Manchmal verläuft die Krankheit sogar tödlich.
Wie wird Diphtherie übertragen?
Diphtherie wird durch eine sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen, durch Tröpfchen in der Atemluft beim Niesen, Husten oder Sprechen. Auch Menschen, die nicht an Diphtherie erkrankt sind, können so das Bakterium übertragen.
Die Inkubationszeit – die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit – beträgt zwei bis sechs Tage. Diphtherie ist ansteckend vom Ausbruch der Krankheit bis zu dem Moment, ab dem keine Bakterien mehr nachzuweisen sind. Erkrankte Kinder müssen isoliert werden, damit sich der Erreger nicht ausbreiten kann. Das gesamte Kinderzimmer ist zu desinfizieren.
Was sind die Anzeichen für Diphtherie?
Im Anfangsstadium kann Diphtherie einer anderen Art von Halsentzündung ähnlich sein, Symptome dafür sind
- Kopf- und Halsschmerzen, Schluckbeschwerden
- Allgemeines, oft schweres Krankheitsgefühl
- Stark geschwollene Lymphknoten am Hals
- Leichtes oder hohes Fieber
- Graugelber Belag auf Rachenwand und Mandeln, die bluten, wenn der Belag abgelöst wird
- Charakteristischer faulig-süßlicher Mundgeruch
- Ist zusätzlich die Nase betroffen, bekommen die Kinder eitrig-blutigen Schnupfen.
- Bellender Husten
- Atemnot.
Wie erfolgt die Diagnosestellung?
Der charakteristische süßliche Mundgeruch und geschwollene Lymphknoten sind wegweisend. Die Bakterien lassen sich im Belag der Mandeln durch einen Abstrich nachweisen.
Wie wird Diphtherie behandelt?
Diphtherie muss sofort mit einem Gegengift (Antitoxin) behandelt werden. Zusätzlich bekommt Ihr Kind ein Antibiotikum. Es verhindert, dass sich die Bakterien weiter vermehren. Antibiotika reichen aber als Therapie nicht aus, da sie unwirksam gegen die von den Bakterien produzierten Endotoxine sind.
Bei rechtzeitiger Behandlung verläuft die Erkrankung meist gut und die Symptome verschwinden nach etwa einer Woche.
Welche Komplikationen können auftreten?
Die Bakterien können sich ausbreiten und den Kehlkopf in Mitleidenschaft ziehen. Heiserkeit, Husten, Atemnot und Erstickungsanfälle sind mögliche Begleiterscheinungen.
Bei schwerer Vergiftung des Körpers funktionieren verschiedene Organe wie das Herz und die Nieren nicht mehr. Gefäße und Nerven sind ebenfalls betroffen. Auch wenn die Krankheit in diesem Stadium behandelt wird, kann sie innerhalb von zehn Tagen zum Tod führen.
Wie kann man der Erkrankung vorbeugen?
Sie sollten Ihr Kind unbedingt im ersten Lebensjahr gegen Diphtherie impfen lassen. Kinder werden zwei bis dreimal im Abstand von vier bis sechs Wochen und dann noch einmal nach dem ersten Lebensjahr geimpft. Die Impfung schützt Ihr Kind für mindestens fünf Jahre, sie sollte aber aufgefrischt werden.
© Dr. Edgar Tichatschek
Verwandte Lexikonbeiträge:
- Fieber - Allgemeine Information
- Fieber - Wissenswertes für Eltern fiebernder Kinder
- Fieberkrämpfe
- Impfungen
Erstellung und Änderungen
- Inhalt erstellt am:
- 30. Mai 2003
Seite durchsuchen
Online Service
- Termine
- Termin-Storno
- Rezepte
- Überweisungen
- Pflegefreistellungen
- Babypass
- Kontakt
- Newsletter abonnieren
Externe Services
Link öffnet sich in einem neuen Fenster.
Das Buch
HON-Zertifizierung
Wir befolgen den
HONcode Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen. Kontrollieren Sie dies hier




