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Ertrinkungsunfälle bei Kindern

Häufigkeit und Ursache

In der Badezeit im Sommer erhöht sich auch die Gefahr für Ertrinkungsunfälle bei Kindern. In Deutschland etwa kommt es pro Jahr zu etwa 400 Todesfällen bei Kindern durch Ertrinken. Ertrinken ist damit die zweithäufigste Ursache für unfallsbedingte Todesfälle bei Kindern im Alter von bis zu 15 Jahren (nach Verkehrsunfällen).

Die Vereinigung der Deutschen Kinderärzte berichtet aus Hamburg, das nur noch die Hälfte aller Kinder in der vierten Klasse Kessler schwimmen können.

Ertrinkungsunfälle können aber natürlich auch zuhause in der Badewanne passieren. Daher sollte man auch hier die Kinder niemals alleine im Wasser lassen und die Aufmerksamkeit ganz den Kindern widmen.

Im Jahr 2012 gab es bis zum Juli bereits 17 Ertrinkungsunfälle bei Kindern, davon waren 3 tödlich.
Im Jahr 2011 waren es in Österreich 26 Ertrinkungsunfälle bei Kindern, davon verliefen 2 tödlich

In Österreich sind im Jahr 2009 47 Kinder tödlich verunfallt, davon 4 durch ertrinken; im Jahr 2010 in 26 Kinder tödlich verunfallt, davon durch ertrinken (Quelle: Große schützen Kleine).

Über 70 % der Ertrinkungsunfälle betreffen Kinder unter vier Jahren.

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Unfallmechanismus

Ertrinken sieht in der Regel nicht nach Ertrinken aus!

Häufig kommt es unbemerkt von anderen Badegästen in unmittelbarer Nähe zu Ertrinkungsunfällen oder Beinahe-Ertrinken. Das liegt daran, dass die meisten Ertrinkungsunfälle weitgehend lautlos vor sich gehen und keineswegs durch lautes Schreien oder Strampeln erkennbar sind. Dies steht sehr im Gegensatz zu den Bildern, die gerne im Fernsehen oder in Filmen bei Ertrinkenden gezeigt werden.

Die Tiefe des Wassers spielt dabei keine entscheidende Rolle. Für Kleinkinder reichen manchmal schon wenige Zentimeter Wassertiefe, um in eine bedrohliche Situation zu gelangen. Aufgrund des größeren Kopfes verlieren Kinder leicht den Halt, fallen sie mit dem Kopf ins Wasser, löst dies eine Art Schockreaktion einen Kampf der Stimmritze aus.

Die meisten Ertrinkungsunfälle mit Kleinkindern ereignen sich, während die Aufsichtspersonen mit anderen reden, lesen, essen oder telefonieren. Das renommierte amerikanische CDC (Center for Disease Control) gibt an, dass von den Kindern, die im nächsten Jahr ertrinken werden, die Hälfte in einer Entfernung von nicht mehr als
20 Metern von einem Erwachsenen ertrinken. In zehn Prozent dieser Fälle beobachtet der Erwachsene sie sogar beim Ertrinken und merkt die lebensbedrohliche Situation nicht.

Achten Sie daher stets auf die möglichen Anzeichen!

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Anzeichen des Ertrinkens

  • Nur in seltenen Fällen sind ertrinkende Menschen in der Lage, um Hilfe zu rufen. Das Atmungssystem ist auf das Atmen konzentriert. Da der Mund ertrinkender Menschen immer wieder unter die Wasseroberfläche sinkt benötigt man die Zeit über der Wasseroberfläche, um zu atmen. Es bleibt kaum Zeit, um um Hilfe zu rufen.
  • Ertrinkende Menschen können keine Hilfe herbeiwinken, da sie die Arme dazu brauchen, um sich über die Wasseroberfläche zu drücken.
  • Ertrinken geht schnell. Oft können sich Ertrinkende nur 20 bis 60 Sekunden an der Wasseroberfläche halten, bis sie untergehen.
  • Von Anfang bis Ende der instinktiven Reaktion auf das Ertrinken befindet sich der Körper eines Menschen aufrecht im Wasser, ohne Hinweise auf unterstützendes Treten mit den Füssen.
  • Das bedeutet natürlich nicht, dass eine Person, die um Hilfe ruft und um sich schlägt, nicht auch in ernsthaften Schwierigkeiten sein kann.
  • Der Kopf befindet sich meist tief im Wasser mit dem Mund auf der Höhe des Wassers.
  • Der Kopf ist meist nach hinten geneigt und der Mund geöffnet.
  • Die Augen sind glasig und können nicht fokussieren, oder sind geschlossen.
  • Die Abstimmung ist beschleunigt oder es zeigt sich ein Schnappen nach Luft
  • Denken Sie auch daran, dass Kinder, die im Wasser spielen, meist Lärm machen. Wenn sie still werden sollte man nachsehen.
  • Die Prognose ist auch entscheidend von der Wassertemperatur abhängig. Ertrinken in kaltem Wasser erlaubt es, längere Zeit ohne Sauerstoff überleben zu können.

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Schwimmhilfen schützen nicht vor dem Ertrinken!

Häufig verwendete Schwimmhilfen wie Schwimm-Flügerl oder Wassernudeln bieten keinen sicheren Schutz vor dem Ertrinken. Diese Hilfen sind eher dazu gedacht, Schwimmen zu lernen.
Schwimmlernhilfen der Klasse B - das sind Produkte, die am Körper getragen werden - unterlägen der Richtlinie für persönliche Schutzausrüstung und müssen die Norm EN 13138-1 erfüllen. Achten Sie auf diese Zahl auf der Verpackung bzw. am Produkt, denn sie steht im Gegensatz zur Kennzeichnung EN 71, lediglich für die Sicherheit von Spielzeugen vorgesehen ist.

Die Wachsamkeit der Eltern ist jedenfalls auch dann unerlässlich, wenn die Kinder Schwimmhilfen verwenden.

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Vorbeugung

  • Lernen Sie Ihren Kindern schwimmen, sobald das möglich ist.
  • Lassen Sie Ihr Kind niemals alleine im Wasser, in der Badewanne oder in der Nähe einer Bademöglichkeit.
  • Wenn Sie Ihr Kind baden, sollte das Ihre gesamte Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen.
  • Machen Sie einen Erste-Hilfe Kurs für Kinder. Das ist etwa beim Roten Kreuz möglich.
  • Wenn Sie einen privaten Swimmingpool besitzen, sollten Sie diesen einzäunen und Kinder sicher verschließen.
  • Auch alle anderen Wasserbehälter wie etwa Regentonnen müssen geschützt sein.
  • Kinder mit Grunderkrankungen wie etwa Epilepsie oder Autismus gelten als besonders gefährdet und erfordern besondere Aufmerksamkeit
  • Tragen Sie Schutzkleidung wie etwa life jackets bei allen aufwändigeren Wassersport-Aktivitäten wie etwa Kanufahren, Rafting oder Wasserski.

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Der Inhalt dieser Seite wurde am 11. Juli 2012 erstellt.