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Kinderlähmung (Poliomyelitis)

Die Kinderlähmung wird durch den Poliovirus hervorgerufen, der im Rachensekret und Stuhl Infizierter vorkommt.

Über 90 Prozent der Infektionen verlaufen symptomlos. Die Erkrankung selbst tritt in drei Formen auf:

  • entweder als leichte fieberhafte Erkrankung mit Kopfschmerzen und Durchfall,
  • als Gehirnentzündung mit Fieber, Übelkeit, Erbrechen ohne Lähmungen
  • oder aber als echte Kinderlähmung mit Lähmungen von Muskeln der Extremitäten bis hin zur Atemlähmung.

 

Außerdem können Krämpfe und Fieber vorkommen, Spätschäden sind häufig. Die Diagnose erfolgt durch den Nachweis des Erregers; eine spezifische Behandlung gibt es nicht. Europa wurde 2002 für poliofrei erklärt, in Asien kommt die Kinderlähmung nach wie vor vor. Die WHO arbeitet daran, Polio vollständig auszurotten.

Impfstoffe

Es gibt zwei Polio-Impfstoffe: die Stich-Impfung nach Salk (Totimpfung), die Polioviren in abgetöteter Form enthält, und die Schluckimpfung nach Sabin, die abgeschwächte lebende Viren enthält. Die Schluckimpfung ist nicht mehr erhältlich.

Die Polioimpfung besteht aus drei Teilimpfungen und ist heute im Sechsfach-Impfstoff enthalten. Die Schutzrate beträgt 100 Prozent; außer geringen lokalen Nebenwirkungen ist der Impfstoff ausgezeichnet verträglich.

© DDr. Peter Voitl

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Der Inhalt dieser Seite wurde am 2. Juni 2003 erstellt.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 25. Juli 2011 letztmalig geändert.