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Knochen und Gelenke

Hüftschnupfen

Beim Hüftschnupfen (Coxitis fugax) handelt es sich um eine Entzündung des Hüftgelenkes, die schmerzhaft ist. Meist ist die Drehbewegung in der Hüfte eingeschränkt. Betroffen sind in der Regel Kinder zwischen drei und zehn Jahren. Der Hüftschnupfen klingt nach etwa ein bis zwei Wochen wieder ab. Oft besteht ein Virusinfekt der Atemwege.

Im Ultraschall sieht man eine Verbreiterung des Gelenkspalts als Zeichen eines Gelenkergusses.

Die Therapie besteht in der Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten und nach Möglichkeit Schonung.

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Coxitis

Unter der Coxitis versteht man eine bakterielle Entzündung des Hüftgelenks, die nach einer Hüftgelenkoperation oder im Rahmen einer Infektion über das Blut auftreten kann, oft bei Säuglingen. Eine Behandlung mit entsprechenden Antibiotika und eventuell chirurgischer Entleerung ist erforderlich.

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Morbus Perthes

Hierbei handelt es sich um eine häufigere Hüftgelenkerkrankung, die vor allem Buben zwischen dem dritten und zwölften Lebensjahr betrifft. Es handelt sich um eine Durchblutungsstörung, die zum Absterben von Knochengewebe im Hüftkopf führt. Die Kinder hinken, haben Schmerzen oft im Knie und Bewegungseinschränkungen. Die Erkrankung dauert in der Regel zwei bis vier Jahre und wird zumeist operativ behandelt.

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Knochenmarkentzündung

Bei der so genannten Osteomyelitis sind vor allem die Oberschenkelknochen betroffen. Ursache ist eine Absiedelung von Bakterien auf dem Blutweg bei Infektionen an anderer Stelle, wie beispielsweise eine Infektion der Nabelgefäße, Mittelohrentzündung oder Hautinfektionen. Hauptsächlich sind es die Erreger Streptokokken und Staphylokokken.
Die Kinder sind stark beeinträchtigt, haben Fieber und lokal eine Schwellung, Rötung und Schmerzen. Eine entsprechend lang dauernde Antibiotikatherapie und eventuell sogar eine operative Sanierung sind notwendig. Die Osteomyelitis kann auch chronisch verlaufen.

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Pronatio dolorosa

Durch Zug am gestreckten Arm eines Kindes kann es zu einer Verrenkung des Unterarmknochens kommen, die sehr schmerzhaft ist. Meist wird das Kind wird an der Hand geführt, am Arm hochgerissen und bewegt den Arm nicht mehr. Der Arm hängt schlaff herunter. Eine Einrenkung durch Drehung, Zug und Streckung des Ellbogens ist meist problemlos möglich. Es kommt zu einer raschen Beschwerdefreiheit. Ein Gips ist nicht notwendig.

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Wirbelsäulendeformationen

Die Skoliose ist eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule, die Mädchen weit häufiger betrifft als Buben. Es handelt sich um eine Wachstumsdeformität, d.h., die Skoliose tritt vor allem zu Zeiten eines starken Wirbelwachstums auf. Als Therapie kommen je nach Schweregrad Heilgymnastik, Korsetttragen oder auch eine operative Korrektur in Frage.
Als Kyphose bezeichnet man einen Rundrücken. Eine besondere Form ist der Morbus Scheuermann, ein ausgeprägter Rundrücken mit Schmerzen, der dadurch entsteht, dass Teile der Wirbel abflachen und dadurch keilförmig werden. Auch hier kommen Heilgymnastik und Sport als Behandlung in Frage, in schwereren Fällen muss das Kind ein Korsett tragen. Der Morbus Scheuermann kommt zumeist mit dem Ende des Wachstums zum Stillstand.

Auch die Lordose, das Hohlkreuz, zählt zu den Wirbelsäulendeformationen, der ebenfalls mit Gymnastik gegengesteuert werden kann.

Bei der Spondylolyse kommt es zum Gleiten eines Wirbels (zumeist der fünfte Lendenwirbel). Betroffen sind nicht selten sportlich aktive Jugendliche. Als therapeutische Maßnahmen kommen heilgymnastische Übungen, in schwereren Fällen eine Orthese oder ein operativer Eingriff in Frage.

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X- und O-Beine

Aufgrund der Lage in der Gebärmutter kommen Säuglinge mit O-Beinen zur Welt. Nachdem die Kinder dann laufen können, bekommen sie normalerweise X-Beine, die sich bis etwa zum sechsten Lebensjahr auswachsen. Bei Vitamin-D-Mangel kann es zu O-Beinen, bei Muskelstörungen zu X-Beinen kommen. O- und X-Beine können durch orthopädische Einlagen ausgeglichen werden.

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Wachstumsschmerzen

Krampfartige Beinschmerzen können so genannte Wachstumsschmerzen sein, bis zu 20 Prozent aller Schulkinder leiden darunter. Es sollte jedenfalls eine orthopädische Abklärung erfolgen, um Fehlstellungen oder andere organische Ursachen ausschließen zu können. Eventuell wird ein Röntgen notwendig sein. Die Gründe sind unbekannt, es gibt auch keinen Hinweis, dass diese Schmerzen tatsächlich mit dem Wachstum zusammenhängen. Eine Massage kann gut helfen.

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Tipps bei einem Knochenbruch

  • Stellen Sie den betroffenen Körperteil des Kindes ruhig, eventuell mit einer Schiene (das können notfalls Holzlatten, Äste, Zeitschriftenrollen o.Ä. sein). Bei Armbrüchen ist ein Dreieckstuch besser, beim Oberarm- und Schulterbruch ist ein zusätzliches Polster um die Bruchstelle sinnvoll.
  • Bei offenen Brüchen (die Haut über dem Knochen ist verletzt) muss die Wunde mit einem keimfreien Verband geschützt werden, um das Eindringen von Keimen in den Knochen zu verhindern.
  • Bei Verdacht auf eine Verletzung der Wirbelsäule lassen Sie das Kind jedenfalls unverändert liegen und rufen die Rettung.
  • Niemals versuchen, eine Bruchstelle selbst zu untersuchen. Das kann zu zusätzlichen Schmerzen beim Kind führen und einen Schock auslösen.

© DDr. Peter Voitl

Weiterführende Lexikoneinträge:

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Der Inhalt dieser Seite wurde am 2. Mai 2011 erstellt.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 29. Juli 2014 letztmalig geändert.