Mumps (Parotitis) bei Kindern
Sprungmarken im Text
- Was ist Mumps?
- Wie wird Mumps übertragen?
- Welche Symptome gibt es?
- Welche Komplikationen können auftauchen?
- Wie ist die Therapie?
- Was können Sie selbst tun?
- Wie kann man Mumps vorbeugen?
Am häufigsten erkranken Kinder unter 15 Jahren an Mumps. Die Krankheit ist eine Virusinfektion, die besonders die Ohrspeicheldrüsen betrifft. Man kann sich gegen Mumps auch impfen lassen.
Was ist Mumps?
Mumps ist eine sehr ansteckende Infektionskrankheit, die durch einen Virus (Mumps-Virus) verursacht wird. Die Schwellung der Speicheldrüsen, vor allem der Ohrspeicheldrüsen ist besonders charakteristisch. Kinder unter 15 Jahren erkranken am häufigsten an Mumps. Epidemien können, besonders in städtischen Gebieten, in der ersten Jahreshälfte auftreten.
Einmal an Mumps erkrankt besteht lebenslanger Schutz. Kinder werden heute routinemäßig gegen Mumps geimpft, dadurch tritt die Erkrankung längst nicht mehr so häufig auf wie früher.
Wie wird Mumps übertragen?
Der Mumps-Erreger befindet sich im Schleim. Die Übertragung erfolgt entweder durch Husten, Niesen oder Sprechen, also durch Tröpfcheninfektion. Ein anderer Übertragungsweg ist der direkte Körperkontakt. Gegenstände im Haushalt oder Spielsachen können mit dem Speichel eines infizierten Kindes verunreinigt sein. Viren finden sich aber auch im Urin eines erkrankten Kindes.
In geschlossenen Räumen ist die Ansteckungsgefahr besonders groß. Zwischen der Übertragung des Virus und dem Ausbruch der Krankheit liegen meist zwei bis drei Wochen (Inkubationszeit). Etwa eine Woche vor und zwei Wochen nach Beginn der Drüsenschwellung ist ein Erkrankter ansteckend.
Welche Symptome gibt es?
Zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung kommt es zu einem kurzen Vorstadium mit Fieberanstieg, Kopf- und Gliederschmerzen Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Magenschmerzen und schwachen Kopfschmerzen. Schließlich zu einer Schwellung hinter den Ohren, die sich teigig-weich anfühlt und schmerzhaft ist. Typisch ist dabei das abstehende Ohrläppchen, zunächst auf einer, nach ein bis zwei Tagen auf der anderen Seite.
Innerhalb von etwa 24 Stunden treten einseitige Ohrenschmerzen auf. Das Öffnen des Mundes, Kauen und Schlucken sind schmerzhaft. Einseitige Verläufe sind möglich (ca. 20%). Die Schwellung kann auch andere Drüsen unterhalb des Kiefers betreffen. Sie kann eventuell so stark sein, dass die Kieferkante nicht mehr erkennbar ist (Mondgesicht).
Nach fünf bis zehn Tagen geht die Schwellung zurück. Schmerzen und Fieber klingen nach sechs bis sieben Tagen ab. Das Kind fühlt sich krank und appetitlos. Das Fieber kann bis zu 40°C steigen – manche Kinder bleiben allerdings auch völlig fieberfrei. Der Heilungsprozess kann bis zu 14 Tage dauern.
Welche Komplikationen können auftauchen?
- Starke Kopfschmerzen, Fieber, Nackensteife, Erbrechen, Berührungsempfindlichkeit und Benommenheit deuten auf eine Hirnhautentzündung (Meningitis).
- Bei männlichen Erkrankten nach der Pubertät breitet sich die Krankheit in 20 bis 30% der Fälle auf die Hoden aus. Die Entzündung dauert etwa drei bis vier Tage und verursacht eine Schwellung, zusätzlich zu Schmerzen und Empfindlichkeit des Hodens. Die Hodenentzündung kann, vor allem wenn sie beidseitig auftritt, zur Unfruchtbarkeit (Sterilität) führen.
- Ältere Mädchen und junge Frauen leiden manchmal unter Schmerzen im Unterleib, für die eine Entzündung der Eierstöcke verantwortlich ist. Die Symptome verschwinden meistens nach einer Woche und führen nicht zur Unfruchtbarkeit.
- Seltene Komplikationen sind Nierenentzündung, Beeinträchtigung der Augen (Schwellung der Tränendrüsen, Lichtempfindlichkeit, teilweiser Verlust der Sehfähigkeit), Nervenentzündung im Ohr (Verlust der Hörfähigkeit), Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder Gelenkentzündung.
Wie ist die Therapie?
Fast immer ist eine Behandlung zu Hause ausreichend. Die meisten Symptome verschwinden ohne die Einnahme von Medikamenten. Antibiotika haben keinen Einfluss auf die Krankheit. Für den Speichelabfluss hilft Kaugummikauen. Falls nötig, wendet man fiebersenkende Maßnahmen an.
Was können Sie selbst tun?
Milde fiebersenkende und schmerzlindernde Mittel helfen gegen Fieber und Kopfschmerzen. Körperliche Schonung ist aber ratsam, Ihr Kind sollte viel trinken. Die Art der Nahrung wird sich nach der Schwere der Schluckbeschwerden richten.
Geben Sie Ihrem Kind keine sauren Getränke, da sonst die Speicheldrüsen vermehrt arbeiten müssen (kein Orangensaft). Gut sind Apfelsaft mit Tee verdünnt und Getränke, die wenig Kohlensäure enthalten. Verwenden Sie Wärmewickel.
Wärmewickel an den Wangen
Ein Tuch in warmes Wasser geben, es ausdrücken und mit einem Handtuch am Kopf befestigen. Die Wärme hält länger an, wenn man eine Alu- oder Plastikfolie zwischen das warme Tuch und das Handtuch legt.
Wie kann man Mumps vorbeugen?
Kinder gegen Mumps zu impfen ist heute sinnvolle Routine. Die Impfung wird zusammen mit Masern und Röteln im 14. Lebensmonat durchgeführt. Die Wirksamkeit einer Impfung liegt bei über 90%. Innerhalb des zweiten Lebensjahres sollte die Impfung aufgefrischt werden.
© Dr. Peter Voitl & Dr. Edgar Tichatschek
Verwandte Lexikoneinträge:
- Fieber - Allgemeine Information
- Fieber - Wissenswertes für Eltern fiebernder Kinder
- Fieberkrämpfe
- Impfungen
Erstellung und Änderungen
- Inhalt erstellt am:
- 7. Oktober 2003
Seite durchsuchen
Online Service
- Termine
- Termin-Storno
- Rezepte
- Überweisungen
- Pflegefreistellungen
- Babypass
- Kontakt
- Newsletter abonnieren
Externe Services
Link öffnet sich in einem neuen Fenster.
Das Buch
HON-Zertifizierung
Wir befolgen den
HONcode Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen. Kontrollieren Sie dies hier




