Scharlach
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- Symptome
- Besonderheiten
- Welche Komplikationen gibt es?
- Wie erfolgt die Diagnosestellung?
- Therapie
- Was können Sie selbst tun?
- Gibt es eine Prophylaxe?
Scharlach ist eine bakterielle Infektion (Streptokokken), die häufig Vorschul- und Schulkinder vor allem während der Wintermonate betrifft. Sie beginnt plötzlich mit hohem Fieber und Halsschmerzen, typisch ist ein samtartiger Hautausschlag.
Scharlach ist nur eine Form der Ausprägung einer Infektion mit beta-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A. Diese Streptokokken gehören zu den häufigsten bakteriellen Erregern kindlicher Infektionen. Sie verursachen sowohl Mandel- als auch Rachenentzündungen, aber auch Hauterkrankungen wie Erysipel (Rotlauf) oder Impetigo contagiosa.
Symptome
Scharlach beginnt mit Fieber, Halsschmerzen und Schluckproblemen. Die Rachenmandeln sind geschwollen und flächenhaft düsterrot gefärbt mit später eitrigen Belägen. Die Lymphknoten am Hals sind geschwollen. Die Zunge ist zunächst weißlich belegt, ab dem 3. bis 4. Krankheitstag aber gerötet mit kleinen Knötchen auf (Himbeerzunge).
Am zweiten Tag tritt der Ausschlag auf, in den Achselhöhlen, den Leistenbeugen und an der Innenseite der Oberschenkel beginnend, der sich auf dem ganzen Körper ausbreitet – es gibt eine große Variationsbreite in Dauer und Ausprägung, oft nur ist der Ausschlag nur flüchtig, andererseits können sich etwa stecknadelkopfgroße intensive, feinstfleckige, samtartige „scharlachrote“ Effloreszenzen am ganzen Körper und auf den Gliedmaßen zeigen, die bis zu sechs Tagen dauern können.
Die Region im Gesicht um den Mund bleibt typischerweise von dem Ausschlag ausgespart. Nach etwa einer Woche klingen die Krankheitszeichen ab. Am Ende der Erkrankung tritt eine Schuppung der Haut an Händen und Füßen auf. Der klassische Scharlach wird heutzutage selten beobachtet, da üblicherweise bereits früh mit Antibiotika behandelt wird.
Besonderheiten
Bei jeder Streptokokkeninfektion kann es zu Komplikationen kommen. 1-4 Wochen nach einer unbehandelten oder nicht ausreichend behandelten Streptokokkeninfektion kann es zu Schädigungen von Herzmuskulatur, Nieren, Gehirn oder Gelenken kommen. Insbesondere Herz- und Nierenschäden sind gefürchtet, da sie oft chronisch verlaufen. Zwei Wochen nach Erkrankungsbeginn sollte daher der Harn kontrolliert und das Herz abgehorcht werden.
Welche Komplikationen gibt es?
- Durch bakterielle Ausbreitung können eitrige Komplikationen entstehen, zum Beispiel eine Mittelohrentzündung oder Nebenhöhlenentzündung. Auch Abszesse im HNO-Bereich können vorkommen. In seltenen Fällen tritt eine Sepsis (Blutvergiftung) auf, die Gelenks-, Knochen- oder eine Herzentzündung verursachen kann.
- Als nichteitrige Komplikationen können Folgekrankheiten wie rheumatisches Fieber (Streptokokkenrheumatismus = Gelenks- und Herzentzündung) oder eine Nierenentzündung sein.
Wie erfolgt die Diagnosestellung?
Manchmal ist das klinische Bild eines Scharlachs eindeutig und somit leicht zu diagnostizieren. Es gibt jedoch auch Verlaufsformen mit nur flüchtigem Ausschlag. Ebenso möglich ist „Abortiver Scharlach“ mit wenig Krankheitsgefühl.
Die klinische Diagnose ist durch Erregernachweis zu sichern. Standardmethode ist die Kultur aus einem Rachenabstrich. Der immunologische Schnelltest ist bei positivem Ausfall beweisend – ein negatives Ergebnis ist durch eine Kultur zu kontrollieren.
Therapie
Um Folgeschäden zu vermeiden, sollte eine antibiotische Therapie durchgeführt werden, damit rasch eine Heilung und Beseitigung der Infektiösität erreicht wird. Ein orales Penicillin ist das Antibiotikum der ersten Wahl.
Zusätzlich ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig, sowie fiebersenkende Maßnahmen. Gegen Scharlach gibt es keine vorbeugende Impfung.
Was können Sie selbst tun?
Isolieren Sie Ihr Kind, damit sich andere nicht anstecken und sorgen Sie für Bettruhe, wenn Ihr Kind dies mitmachen will.
Gibt es eine Prophylaxe?
Die einzige Prophylaxe ist, enge Kontaktpersonen zum Erkrankten bei klinischen Symptomen (Halsschmerzen und Fieber u.a.) und positiver A-Streptokokken-Kultur über 10 Tage auch mit Penicillin zu behandeln.
© Dr. Peter Voitl & Dr. Edgar Tichatschek
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Erstellung und Änderungen
- Inhalt erstellt am:
- 7. Oktober 2003
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