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Stottern

Unter Stottern versteht man Unterbrechungen des Sprechablaufs mit Wiederholungen von Lauten.  Man unterscheidet  zwischen tonischen, klonischen und kombiniert tonisch/ klonischen Formen. Beim tonischen Stottern wird Atmung, Stimme und Artikulation gepresst und blockiert. Beim klonischen Stottern kommt es zur Unterbrechung mit Wiederholungen von Einzellauten, Silben oder Worten, besonders am Wortanfang. Sekundär treten häufig Atemverschiebungen, Schmatz-Schluckgeräusche, Flickworte, Mitbewegungen von Gesicht und Extremitäten, vegetative Symptome wie Schweißausbruch, Erröten und eine unregelmäßige Atmung auf.

Etwa ein Prozent der Erwachsenen stottern, Kinder deutlich häufiger, nämlich 2-4%, wobei Buben häufiger betroffen sind als Mädchen. Kinder, die stottern, haben eine völlig normale Intelligenz.

Meistens beginnt es im Alter zwischen zwei und fünf Jahren. Im Zuge des Spracherlernens stottern viele Kinder im Rahmen einer Übungsphase, da beim Sprechen bis zu 100 Muskeln koordiniert werden. In dieser Zeit spricht man auch von einem Entwicklungsstottern, das noch keinen Krankheitswert hat und meist spontan verschwindet. Weitere Zeitpunkte der Entstehung sind die Einschulung und die Zeit der Pubertät. .

Der Verlauf ist individuell sehr unterschiedlich, bei Kindern verschwindet Stottern in etwa 80 Prozent wieder; Auslöser sind Nervosität und emotionaler Stress, Obwohl Konstitution und Vererbung die Vulnerabilität für die Stottersymptom erhöhen, ergibt sich daraus alleine kein Stottern.. Willentlich lässt sich das Stottern nicht beeinflussen. Dem Stottern liegt häufig ein meist unbewusster innerer Konflikt zu Grunde

Therapieempfehlung:

Es empfiehlt sich eine Kombination aus logopädischer Behandlung und Psychotherapie. Das Erlernen einer neuen Sprechweise und Einübung der Mundmotorik bei der logopädischen Behandlung wird mit oft  Hilfe von Techniken aus der Gesangstechnik gefördert. Psychotherapeutisch geht es um die Bearbeitung der dahinter liegenden Konflikte, welche das Sprechen blockieren. Interessant ist etwa, dass beim Schimpfen und Singen das Stottern meist ausbleibt. Stottern kann  oft  nicht  ganz geheilt werden, allerdings können durch eine Therapie  deutliche  Verbesserungen erreicht werden.

© DDr. Peter Voitl

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Der Inhalt dieser Seite wurde am 3. Juni 2013 erstellt.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 4. August 2014 letztmalig geändert.