Menu

Erstes Wiener Kindergesundheitszentrum Donaustadt
First Vienna Pediatric Medical Center
Gruppenpraxis DDr. Peter Voitl und Partner


Während der Schiefhals (Torticollis) klar definiert ist, ist nicht gesichert, ob das KiSS-Syndrom – der Begriff steht für „Kopfgelenk-induzierte Symmetrie Störung“ – als eigenes Krankheitsbild nachweisbar ist. Beide Begriffe werden oft vermischt oder synonym gebraucht, obwohl das KiSS- Syndrom an der Halswirbelsäule und der Schiefhals in der vorderen Halsmuskulatur zu lokalisieren ist.


KiSS ist ein Beschwerdebild, das zu Störungen der Körperhaltung im Säuglings- und Kleinkindalter führen soll und durch eine physikalische Therapie behandelt werden kann. Die wissenschaftliche Medizin akzeptiert diese Diagnose nicht, da die zugrundliegende Theorie nicht nachweisbar ist und ein wissenschaftlicher Beweis aussteht. Der Kinderorthopäde Prof. Dr. Claus Carstens aus Heidelberg hat KiSS als "puren Humbug" bezeichnet und spricht von Behauptungen, "die durch nichts belegt sind. KiSS hält einer wissenschaftlichen Prüfung nicht stand."

Definition

Unter KiSS versteht man eine Fehlstellung der oberen Halswirbelsäule bzw. dem Kopfgelenk bei Säuglingen und Kleinkindern. Als Ursache für die Fehlstellung der Halswirbelsäule werden geburtstraumatische Ereignisse und die Belastung der Halswirbelsäule bei der Geburt angeführt. Lange und erschwerte Geburten mit Saugglockenbenutzung, Kaiserschnitte, Steißlage und Zwillingsgeburten gelten als Risikofaktoren.

Symptome

Die Diagnostik beim möglichen KiSS- Syndrom stützt sich auf die Anamnese, die Symptome und eine klinische Untersuchung.

Eine Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule bzw. des Kopfgrundgelenkes ist wegen der damit verbundenen Strahlenbelastung auf keinen Fall gerechtfertigt. Eine genaue Untersuchung durch erfahrene Physiotherapeuten oder in der Manualtherapie erfahrene Kinderärzte ist bei dieser Problematik wegweisend.

Therapie

Es werden verschiedene überwiegend alternativmedizinische Therapie-Konzepte angeboten wie z.B. die Manualtherapie oder die Cranio-Sacral-Therapie. Unbedingt müssen mögliche andere Ursachen für Unruhe und heftiges Schreien bei Babys diagnostiziert und gezielt behandelt werden; es gibt spezialisierte Schreiambulanzen zur Abklärung.


Weiterführende Lexikonbeiträge:

© DDr. Peter Voitl, Kinderarzt, Wien, 22

erstellt am: 5. Februar 2009
zuletzt geändert am: 25. Juli 2011