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Anfälle (2 Jahre)

Frage von:

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Guten Tag Hr. Dr. Voitl, meine kl. Enkeltochter (2J.) kippt oft um wenn sie z. B. ihren kl. Willen nicht durchsetzen kann o. sich erschreckt. Dies geschieht immer öfter. Sie holt dann keine Luft und läuft bläulich an. Meine Tochter muss sie entweder an pusten oder sogar hoch heben und leicht schütteln o. einen Klaps auf Po geben. Vor 2Tagen ist sie dadurch so arg gestürzt d. ihre kl. Zähnchen nach hinten verrutscht sind. Im Moment ist sie im KH. Was kann d. eigentl. sein? Bisher wurde Epilepsie ausgeschlossen (ist in unserer Fam. verbreitet). Es wird gesagt d. d. Kleine es mit eigenen Willen steuert. Das kann doch nicht sein - oder? Die Kleine ist ein sehr lebhaftes Kind. Mit freundl. Grüßen die Omi Karin

 

 

Antwort:

2 - 5% aller Kinder zwischen 6 Monaten und 6 Jahren haben sogenannte respiratorische Affektkrämpfe, also heftige Schreiattacken bis hin zum Bewusstseinsverlust. Affektkrämpfe sind anfallartige Bewusstseinsstörungen, die durch unangenehme Reize ausgelöst werden. Solche Reize sind sowohl körperliche Schmerzempfindungen jeder Art als auch psychische Verletzungen, die Enttäuschung oder Wut bei den Kindern hervorrufen, etwa bei Verboten oder Strafen.

Bei etwa einem Viertel der betroffenen Kinder kommen Affektkrämpfe auch bei Geschwistern vor oder wurden in der Kindheit bei den Eltern gesehen.
Dabei handelt es sich um ein letztlich harmloses, aber spektakuläres Phänomen; bei dem Kinder nach einem oft banalem Anlass schreien, bis sie blau anlaufen. Es kann dabei aber nichts passieren; ein Sauerstoffmangel entsteht nicht und die Kinder beginnen immer weiterzuatmen. Interessanterweise haben die Kinder im Kindergarten - von einer Gewöhnungsphase am Anfang abgesehen - meistens keine oder kaum Affektkrämpfe mehr; offenbar weil die anderen Kinder eine Vorbildwirkung haben. Gegen die Affektkrämpfe ist letztlich keine besondere Behandlung erforderlich, da diese ja grundsätzlich harmlos sind.

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Der Inhalt dieser Seite wurde am 25. März 2014 erstellt.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 29. Juli 2014 letztmalig geändert.