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Herzrasen (11 Jahre)

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Mein Sohn ist 11 Jahre alt, und hat die letzte Zeit öfter Herzrasen. Das heißt, im Sportunterricht fällt er um begleitet von Schwindel und Übelkeit. Puls war neulich 199 allerdings mit Pulsmesser, glaube man kann sich nicht darauf verlassen. Er leidet auch des Öfteren unter Nasenbluten und Ohrenproblemen, müssen des Öfteren gespült werden. Langzeit EKG durchgeführt aber ohne Befund, soweit alles in Ordnung. Kinderarzt meint man soll das beobachten, wenn Pulsschlag zu hoch eventuell Herzkathederuntersuchung durchführen. Was könnten noch die Ursachen sein? Ultraschall war auch alles ok.

Antwort:

Vor allem Jugendliche in der Pubertät sind häufig von Kreislaufschwäche bis hin zum Kollaps betroffen, meist nach dem Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen. Bei der Untersuchung stellt sich oft heraus, dass der Kreislauf körperlichen Belastungen zwar gewachsen ist, der Blutdruck aber nach dem Aufstehen absinkt. An die 20% aller Kinder erleiden bis zum 15. Lebensjahr einen Kollaps.

In den meisten Fällen ist die Ursache einer Ohnmacht bei Teenagern zum Glück harmlos, gerade in der Pubertät sind viele Jugendliche sehr dünn, wachsen sehr schnell und haben einen vergleichsweise niedrigen Blutdruck. Man unterscheidet verschiedene Arten der Ohnmacht. Die häufigste ist die Ohnmacht durch niedrigen Blutdruck (Orthostase-Syndrom) oder durch Fehlsteuerung der Kreislauf-Funktion (Vasovagale Synkope). Selten können Herzerkrankungen wie Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche, Herzklappenfehler oder ein Erguss im Herzbeutel zu einer Ohnmacht führen.

Auch im Rahmen eines epileptischen Anfalls oder bei einigen Stoffwechselkrankheiten wie Unterzucker bei Diabetes mellitus oder eine Blutarmut (Anämie) kann es zu Ohnmacht kommen. Eine gründliche Abklärung sollte in jedem Fall erfolgen, denn auch ernste Ursachen wie eine Herzrhythmusstörung oder beginnender Diabetes könnten dahinter stecken. 
Ausgangspunkt und zugleich wichtigster Bestandteil der Abklärung sind die Vorgeschichte des Patienten und die Begleitumstände. Eine weiterführende Diagnostik wie EKG, Langzeit-EKG, Pulsoximetrie, Blutdruckmessung, Ergometrie, Schellong-Test, Kipptischuntersuchung, Echokardiographie oder EEG und dem Ausschluss allgemein-pädiatrischer Erkrankungen durch eine Blutabnahme kann erforderlich sein.

Eine Besserung ist schon durch Erhöhung der Flüssigkeitsaufnahme und Kreislauftraining erzielbar. Ist niedriger Blutdruck die Ursache, können Maßnahmen wie Konditionstraining oder Kneipp-Therapie (Wechselbäder) sinnvoll sein. Genügend Bewegung in frischer Luft hilft. Geben Sie Ihrem heranwachsenden Kind eine Tasse schwarzen Tee am Morgen, das regt den Kreislauf an. Kalte Güsse an Armen und Beinen aktivieren den Blutdruck ebenfalls. Bei Nichtansprechen wird eine zusätzliche medikamentöse Therapie mit kreislaufstabilisierenden Medikamenten empfohlen.

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Der Inhalt dieser Seite wurde am 25. März 2014 erstellt.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 29. Juli 2014 letztmalig geändert.