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Neurodermitis (6 Mon.)

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Frage:

Unsere Kleine ist jetzt 6 Monate alt und hat laut Kinderarzt eine leichte Neurodermitis. Ich möchte aber kein Cortison, da mir das zu heftig erscheint. Gibt es Alternativen?

Antwort:

Neurodermitis-Haut braucht  besondere Pflege. Die Haut ist trocken, juckt, und der Fettsäuresmantel ist dünn, weshalb die Rückfettung der Haut von besonderer Bedeutung ist. Sie können die Haut dabei unterstützen, indem Sie kratzende und zu warme Kleidung z.B. aus Wolle meiden und beim Waschen auf Weichspüler verzichten.

Behandlung

Die Behandlung von Neurodermitis ist schwierig, weil die unterschiedlichen Auslöser und Hauttypen kein einheitliches Therapieschema zulassen. Basis der Therapie ist die Hautpflege. Im Folgenden ein kurzer Überblick über verschiedene Therapien:

Für die Einteilung der Behandlung kann man sich ein Stufenprogramm zurechtlegen, wobei man bei Verschlimmerung jeweils eine Stufe hinaufsteigt:

1. Stufe:

Cremen und Salben (z.B. Ultrabas/Ultrasicc) mit einer fettigen Grundlage für die tägliche Basispflege der Haut, diese Salben dienen der Basispflege und enthalten im Prinzip kein Medikament. Auch bei im Intervall schöner Haut sollte weitergecremt werden.

2. Stufe:

Salben mit einer speziellen Fettgrundlage (z.B. Nachtkerzenölsalbe oder Mandelölsalbe) bei sehr trockener und rissiger Haut mit Rötungen, eventuell auch feuchte Umschläge bei nässender Haut.

3. Stufe:

Cortisonfreie entzündungshemmende Salben bei stärkerem Juckreiz und beginnenden Schüben.

Folgende Präparate sind erhältlich:

  • Bufexamac (Parfenac®)
    wird in der Behandlung von lokalen Entzündungen verwendet. Die Wirkung ist entzündungshemmend, aber nicht so stark wie Cortison, dafür ist Bufexamac gut verträglich. Bei leichteren bis mittleren Schüben gut einsetzbar.
  • Cardiospermum:
    Die Pflanze Cardiospermum hat eine cortisonähnliche Wirkung und lindert den Juckreiz. Es sind keine wesentlichen Nebenwirkungen bekannt.

4. Stufe

Cortisonsalben (z.B. Advantan ®) bei akuten Entzündungen, sie sollte gering dosiert und so kurz wie möglich eingesetzt werden.

Cortison ist im akuten Stadium der Erkrankung ein wichtiges Therapeutikum, da es rasch die Entzündung hemmt, allerdings sind die eventuellen Nebenwirkungen zu beachten. Cortison kann nur die ablaufende Entzündungsreaktion beeinflussen, nicht aber den Auslöser bekämpfen, wie zum Beispiel eine allergische Reaktion oder psychischen Stress.

Nebenwirkungen (vor allem älterer Präparate) sind: Eine Verdünnung der Haut, eine Erweiterung der kleinen Blutgefäße, eine Verstärkung des Haarwachstums, eine Veränderung der Verteilung des Fettgewebes und erhöhte Infektionsanfälligkeit.

Die neuen Salben sind aber gut verträglich. Studien haben ergeben, dass etwa 100 Gramm cortisonhaltige Salbe (Klasse 1) im Jahr unbedenklich aufgetragen werden können. Wenn Sie zeitweise Cortisonsalben verwenden müssen, sollten Sie einen Kalender über die Häufigkeit der Anwendung führen.

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Der Inhalt dieser Seite wurde am 25. März 2014 erstellt.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 29. Juli 2014 letztmalig geändert.