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Verdauungsprobleme bei Säuglingen

Der Darm muss sich erst an seine Aufgaben gewöhnen und weist in den ersten Lebensmonaten einige Besonderheiten auf. Unregelmäßigkeiten und unterschiedliche Abstände bei der Darmentleerung sind nicht ungewöhnlich.


Die Stuhlfrequenz, die Stuhlbeschaffenheit, das Aussehen und der Geruch können stark schwanken. Solange keine Begleiterscheinungen wie starke Schmerzen oder Trinkunlust auftreten und sich das Kind sichtbar wohlfühlt, stellt dies keinen Grund zur Sorge dar.

Ursachen

Es gibt unterschiedliche Ursachen für Stuhlunregelmäßigkeiten. Mit zunehmendem Alter des Babys wird die Muttermilch vermehrt für das Wachstum verwertet, für den Stuhl bleibt weniger übrig. Wenn Sie nicht stillen, beachten Sie bitte genau die Zubereitungshinweise auf der Packung! Eine mögliche und leicht behebbare Ursache liegt in einer falschen Zubereitung der Babynahrung.

Ursachen können beispielsweise auch eine Fehlernährung oder kleine Einrisse im After sein. Sehr selten können angeborene Störungen Verstopfung verursachen wie beispielsweise der Morbus Hirschsprung (Nervenstörung des Darmes) oder angeborene Verengungen.

Symptome

Symptome einer Verstopfung bei Neugeborenen sind seltene Stuhlentleerungen, Bauchschmerzen, Unruhe, ein harter Stuhl und ein angespannter Bauch. Allerdings ist die Häufigkeit der Stuhlentleerung individuell sehr unterschiedlich. Die Variation reicht zwischen mehrmals täglich bis zu einmal in zwei Wochen.

Therapie

Das Ziel ist es, eine beschwerdefreie Stuhlentleerung zu ermöglichen. Sanfte Bauchmassagen und ein warmes Babybad helfen oft gut. Durch Spezialnahrungen können Babys eine gute Verdauungshilfe bekommen. Als unterstützende Maßnahme ist Milchzucker (Laktulose) sinnvoll. Einläufe (mit z.B. Mikroklist) sollten vermieden werden.

Ernährung

Es gibt spezielle Säuglingsnahrungen, die vom Kinderarzt empfohlen werden können. Säuglingsmilchnahrungen, die auf spezielle Situationen ausgerichtet sind, sind meist in der Apotheke erhältlich.

Besonders für Babys mit träger Verdauung oder hartem Stuhl empfiehlt sich eine Nahrung mit erhöhtem Gehalt an Laktose (Milchzucker), wodurch mehr Wasser im Dickdarm zurückgehalten wird, sodass der Stuhl weicher wird. Zusätzlich fördert Laktose im Dickdarm das Wachstum von günstigen Darmbakterien. Eine besondere Eiweißzusammensetzung kann die Bildung von weicherem Stuhl unterstützen. Beispielsweise sind Novalac V1 (ab Geburt), Novalac V2 (ab dem sechsten Monat) oder Comformil als Dauernahrung für Babys geeignet.

© DDr. Peter Voitl, Kinderarzt, Wien, 22

erstellt am: 7. März 2011
zuletzt geändert am: 7. März 2011