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Asthma (5 Jahre)

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Hallo, mein Sohn 5 Jahre. Ist seit dem er mit 1 Jahr krank war leider sehr oft krank 10- bis 15-mal im Jahr. Er hat mind. 1-mal im Jahr eine Lungenentzündung, 3-4-mal im Jahr Pseudo Krupp und jedes Mal Bronchitis. Seit einiger Zeit spricht man von chronischer spastischer Bronchitis. Nun waren wir im März in Kur und da kam raus, dass er Asthma Bronchiales hat. Wir sollen wenn es akut ist Salbutamol und Adrovent nehmen. Jetzt ist er eigentlich jede Nacht am Husten, tagsüber teilweise auch. Wir inhalieren mit Kochsalzlösung - kann ich sonst noch was machen? Oder wie verhält man sich da? Vielen Dank im Voraus!

 

 

Antwort:

Asthma ist eine chronische Entzündung der kleinen Bronchien. Dadurch kommt es zu einer  Verkrampfung der Bronchialmuskulatur, zu einer Schwellung der Schleimhaut und zur Bildung von zähem Schleim. Alle drei Mechanismen bewirken eine Verengung der Atemwege mit Atemnot, Hustenanfällen und einem pfeifenden Geräusch bei der Ausatmung. 
Meist treten anfallartige Verschlechterungen auf.

Der häufigste Auslöser für einen Asthma-Anfall ist eine Virusinfektion der Atemwege, darüber hinaus können allergische Reaktionen gegen z.B. Nahrungsmittel, Tierhaare oder Pollen Verschlechterungen bewirken.

Je früher Asthma behandelt wird, desto besser kann das Kind gegen Langzeitschäden geschützt werden. Denn nur in etwa 40 Prozent verschwindet das Asthma beim Heranwachsen von selbst; ein unbehandeltes Asthma verschlechtert sich zunehmend - es handelt sich um eine fortschreitende Entzündung der Atemwege.

Im Mittelpunkt der Asthmabehandlung steht die Beschwerdefreiheit des Kindes. Diese wird - je nach Schweregrad - nur mit bronchialerweiternden Sprays bei Bedarf oder zusätzlich mit einer vorbeugenden Dauermedikation erreicht. 
Dabei gilt das Prinzip: „So wenig wie möglich, so viel wie nötig". Sowohl Kinder als auch Eltern sollen lernen, den Zustand der Bronchien selbst einzuschätzen und die Therapie entsprechend anzupassen. Es gibt Asthmaschulungen, in denen man die nötigen Kenntnisse erlernen kann.

 In der Asthmatherapie unterscheidet man zwischen zwei Gruppen von Substanzen.

Eine Gruppe bildet die vorbeugenden Medikamente, die regelmäßig über einen längeren Zeitraum eingenommen werden müssen. Zur anderen Gruppe gehören die bronchienerweiternden Medikamente, die bei einem Asthmaanfall oder bei Beschwerden nach Bedarf verabreicht werden. Es gibt auch Medikamente, die eine feste Kombination aus beiden Gruppen bilden.

Die Asthmatherapie besteht meist aus einer festen Dauertherapie mit Sprays oder Tabletten und einer zusätzlichen Akuttherapie. Sollte das Kind plötzliche Atemnot entwickeln oder eine schlechtere Peak-Flow-Messung haben, ist die Inhalation von bronchienerweiternden Medikamenten erforderlich. Bei unzureichender Besserung muss der Arzt aufgesucht werden.

Folgende Medikamente sind in der Behandlung üblich:

Bronchienerweiternde Inhalationen mit sofortig einsetzender Wirkung (Sultanol, Bricanyl) führen zu einer sofortigen Erleichterung durch eine Erweiterung der Atemwege durch  Entspannung der Muskulatur.

Diese kurzwirksamen ß2-Mimetika wirken innerhalb von Minuten gegen Atemnot, indem sie die verkrampfte Bronchialmuskulatur lösen. Die Wirkdauer endet nach etwa 2 - 6 Stunden. Die Substanz hat Ähnlichkeit mit dem körpereigenen Stoff Adrenalin. Kurzwirksame ß2-Mimetika sind die wichtigsten Substanzen bei akuter Atemnot - sie können lebensrettend sein und sind auch als "Notfallspray" bekannt. Das Spray sollte immer mitgeführt werden!

Kurzwirksame ß2-Mimetika werden überwiegend inhalativ eingesetzt, hauptsächlich als Spray oder Tropfen für die Feuchtinhalation. Sie liegen auch als Tabletten oder Saft vor.
Generell treten sehr selten unerwünschte Wirkungen auf. Ein leichtes, vorüber-gehendes Muskelzittern kann sich manchmal einstellen. Alle ß2-Mimetika helfen bei Atemnot, wirken aber nicht auf die vorhandene chronische Entzündung der Bronchialschleimhaut. 
Bei Belastungsasthma setzt man die ß2-Mimetika auch zur Vorbeugung gegen Atemnot, beispielsweise im Sportunterricht, ein. Es wird circa zehn Minuten vor der Belastung inhaliert und so eine uneingeschränkte Sportstunde ermöglicht.

Vorbeugende Inhalationen(Pulmicort, Flixotide)

Kortisonhältige Sprays bremsen die Entzündung und somit die allergische Reaktion; sie hemmen die Schwellung und Entzündung der Bronchialschleimhaut und verbessern die Wirkungen der bronchienerweiternden Medikamente. Je nach Dosis ist die antientzündliche Wirkung unterschiedlich stark und wird als Dauertherapie 2x täglich bei eher schweren Asthmaformen verabreicht.

Erst nach einigen Wochen regelmäßiger Inhalation ist der volle Schutz gegen die Entzündung gewährleistet. Auch inhalative Kortikosteroide sind nicht für die Notfallbehandlung geeignet. Die unerwünschten Nebenwirkungen bei inhalativen Kortikosteroiden sind eher gering, da nur minimale Mengen in die Blutbahn gelangen und werden meist überschätzt (Kortisonangst).

In jedem Fall sollte ihr Kinderarzt ihnen eine adäquate Therapie verordnen. 

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Der Inhalt dieser Seite wurde am 25. März 2014 erstellt.

Der Inhalt dieser Seite wurde am 29. Juli 2014 letztmalig geändert.