Entwicklungskalender des Kindes

Hier finden sie die Entwicklungsschritte des Kindes vor und nach der Geburt.

Der erste Schwangerschaftsmonat

Eisprung und Befruchtung finden ungefähr 14 Tage nach dem ersten Tag der letzten Monatsblutung statt. Fünf bis sechs Tage nach der Befruchtung nistet sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter ein. Der Durchmesser des befruchteten Eis beträgt ca. 0,2 Millimeter. Der Mutterkuchen bildet sich, wodurch der Embryo Sauerstoff und Nahrung aufnehmen kann. Die Periode ist ausgeblieben.
Am Ende des ersten Monats beträgt die Größe des Embryos zwei Millimeter. Die Anlage des Rückenmarks, des Herzens und die ersten Blutzellen und Blutadern entwickeln sich. Die Arm- und Beinknospen werden gebildet.

Der zweite Schwangerschaftsmonat

Im Ultraschall kann man kann die Fruchthöhle erkennen und manchmal schon das Herz schlagen sehen. Lunge, Leber, Bauchspeicheldrüse sowie der Mund und das Innenohr entstehen. Die Entwicklung des Darms beginnt. Die Nabelschnur zeichnet sich ab. Spätestens jetzt sollten sie auf Alkohol und Nikotin verzichten und auf eine ausgewogene Ernährung achten. Manchmal kommt es schon zu morgendlicher Übelkeit.
Gegen Ende des zweiten Monats bilden sich Finger und die Augen werden sichtbar. Die so genannte Scheitel-Steiß-Länge, also die „Sitzgröße“ des Embryos, beträgt etwa 14 Millimeter. Sie erhalten den Mutter-Kind-Pass. Nehmen Sie das Untersuchungsangebot wahr! Sollten
Geschwisterkinder vorhanden sein, informieren Sie diese über die zukünftige Ankunft eines Babys. Es gibt viele gute Kinderbücher, welche sie als Unterstützung verwenden können.

Der dritte Schwangerschaftsmonat

Die Augenlider bedecken die Augen, die Kiefer sind vollständig entwickelt, Ohren und Nase zeichnen sich ab. Die Nieren reifen aus.
Die klassischen Schwangerschaftsbeschwerden, wie morgendliche Übelkeit, Appetitänderungen oder Erbrechen, können sich verstärken. Im Ultraschall kann man die ersten Bewegungen erkennen. Eine erste Ultraschall-Untersuchung sollte jetzt durchgeführt werden.
Gegen Ende des dritten Monats beträgt die Größe des Fötus etwa drei Zentimeter.

Der vierte Schwangerschaftsmonat

Der Fötus misst 5,6 Zentimeter und wiegt ca. 23 Gramm. Die ersten Haare kommen zum Vorschein, Fingernägel beginnen sich zu bilden und ihr Kind beginnt zu hören. Es bildet sich eine Fettschicht an der Körperoberfläche des Embryos.
Die Mutter hat jetzt ca. 500 Gramm bis 1 kg zugenommen.
Gegen Schwangerschaftsstreifen können Sie beginnen, den Bauch zu massieren und einzucremen.

Der fünfte Schwangerschaftsmonat

Ihr Kind misst jetzt in voller Körpergröße ca. 20 bis 25 cm. Die Netzhaut im Auge reagiert auf Licht. Ihr Kind lutscht schon am Daumen. Das Geschlecht ist sichtbar.
Die ersten Kindsbewegungen werden spürbar und das Kind nimmt rasch an Gewicht zu. Es reagiert auf Geräusche, kann bereits gut hören und entwickelt einen Schlaf-Wach-Rhythmus. Es kann von den Bewegungen der Mutter geweckt werden. Die Mutter hat etwa zwei bis drei Kilo zugenommen.

Der sechste Schwangerschaftsmonat

Das Kind kann jetzt saugen und wiegt gegen Ende des sechsten Monats bis zu 850 Gramm. Würde es jetzt geboren, hätte es erste Überlebenschancen.
Die Füße sind fünf Zentimeter lang. Ihr Kind kann die Augen öffnen und schließen. Es erkennt erste Geräusche, wie Herzschlag und Stimme seiner Mutter.

Der siebente Schwangerschaftsmonat

Ihr Kind wiegt am Ende des siebenten Monats bis zu 1,5 kg. Die Kopfhaare sind schon verhältnismäßig lang. Milchzähne haben sich unter dem Zahnfleisch gebildet. Die Gebärmutter endet zwischen Rippenbogen und Nabel. Die Mutter hat um 3.000 bis 4.500 Gramm zugenommen. Ab jetzt werden Sie rascher an Gewicht zunehmen. Die Geburtsvorbereitung mit Gymnastik kann beginnen.

Der achte Schwangerschaftsmonat

Die meisten Kinder liegen schon mit dem Kopf nach unten in der Gebärmutter. Allerdings können sie sich noch drehen. Die Haut bildet eine dicke Schicht Käseschmiere, das ist eine Fettschicht, die die Haut schützt. Für berufstätige Frauen beginnt jetzt der Mutterschutz. Sie haben jetzt 5.000 bis 7.500 Gramm zugenommen.

Der neunte Schwangerschaftsmonat

Ihr Kind misst jetzt 33 bis 36 Zentimeter und wiegt 3 bis 3,5 Kilogramm. Der Platz in der Gebärmutter wird geringer. Sie können jetzt das Zusammenziehen der Gebärmutter wahrnehmen. Das sind die so genannten Vorwehen. Das Kind nimmt jetzt allmählich die endgültige Geburtslage ein. Sie haben zwischen 7 und 18 kg zugenommen.

Der erste Lebensmonat

Das Neugeborene ist mit einer Fülle von neuen Aufgaben konfrontiert. Es muss eigenständig atmen, Kreislauf und Verdauung regulieren, seine Körperwärme stabilisieren, mit der Schwerkraft, ungefilterten Reizen und fehlender körperlicher Außenbegrenzung und einem Tag-Nachtrhythmus zurechtkommen.
In den ersten zehn Tagen kann ein Baby etwa 10 bis 15 Prozent seines Körpergewichts abnehmen; das Geburtsgewicht wird nach zwei bis drei Wochen wieder erreicht. .
Stillen ist die beste Ernährung für das Baby, sofern die Mutter auch stillen möchte und kann. Will sie dies nicht oder ist das Stillen aus irgendeinem Grund nicht möglich, sollte man sich keinesfalls dazu zwingen sondern eine hochwertige Fertigmilch verwenden. In den ersten Wochen Produkte mit der Bezeichnung „voll adaptiert“, etwa ab dem vierten Monat „Folgemilch 1“. Wenn nicht gestillt wird und es in der Familie ein starkes Allergierisiko gibt, sollte „hypoallergene“ Fertigmilch genommen werden.

Das neugeborene Baby ist kurzsichtig und hat eine maximale Sehschärfe von 20 cm Distanz, diese Entfernung nehmen Eltern meist intuitiv ein, wenn sie Blickkontakt mit dem Neugeborenen aufnehmen wollen. Bereits mit einem Monat können Objekte auch in weiteren Entfernungen recht gut gesehen werden. Von Geburt an kann das Baby Farben unterscheiden und auch verschiedene Muster, bevorzugt Hell -Dunkel-Kontraste. In den ersten vier Wochen werden folglich vor allem die kontrastreichen Übergänge zwischen Haarlinie und Stirn und zwischen Kopfumriss und Hintergrund erforscht. Von Geburt an und auch bereits intrauterin bestehen differenzierte Reaktionen auf unterschiedlich hohe Töne und einer ausgeprägten Bevorzugung für die mütterliche Stimme. Sie können deutlich zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Geräuschen unterscheiden. Geschmack und Geruch sind ebenfalls in differenzierter Ausprägung quasi ab der Geburt vorhanden. Ab einem Alter von 5 bis 6 Tagen sind Neugeborene in der Lage, den Geruch ihrer Mutter vom Geruch anderer Frauen zu unterscheiden und bevorzugen eindeutig den mütterlichen Geruch. Auch Tast-, Bewegungsempfindungen und sinnesübergreifende Wahrnehmungen wie sehen, hören tasten sind von Geburt an vorhanden. Sinnesübergreifende Wahrnehmungen bedeutet, dass bereits Neugeborene einen Zusammenhang zwischen Gesehenem, Gehörtem und Ertastetem herstellen können. Ein Gegenstand den man sieht ist auch derselbe, den man ertasten kann Diese Wahrnehmungskombinationen bestehen von Geburt an. Früher ging man davon aus, dass die Wahrnehmungsbereiche anfangs isoliert nebeneinander bestehen.

Der Mund und die Haut sind sehr wichtige Sinnesorgane des Babys, wobei es von Geburt an bereits ein starkes Saugbedürfnis gibt.
Schreien ist die wichtigste Kommunikationsäußerung, zudem können Babys bereits Gesichtsmimiken spiegelnd imitieren. Es beruhigt sich meist, wenn es auf den Arm genommen wird und zeigt Interesse an Gesichtern. Es zieht Laute der Muttersprache denen aus anderen Sprachen vor.
Wenn das Baby auf dem Rücken liegt, bewegt es bei gerade gehaltenem Kopf Arme und Beine gleichmäßig, die Hände sind meist fest zu Fäusten geschlossen. Es überwiegen noch ungezielte, unkoordinierte Bewegungen. Trotz schwacher Muskeln zeigt das Neugeborene reflexartige Bewegungen.

Trotz oder gerade wegen der sehr guten Sinneswahrnehmungen des Neugeborenen bedarf das Baby in den ersten Wochen eines Reizschutzes von außen, sodass es nicht mit zu vielen Reizen
überflutet wird, die das Baby psychisch noch nicht so gut verarbeiten kann. Das Neugeborene hat noch keinen Tag-Nachtrhythmus, es verbringt einen Großteil der Zeit in einem schlafdämmrigen Zustand, die Zeitfenster wacher ruhiger Aufmerksamkeit sind noch sehr kurz. Insofern ist es auch selbst vor massiver Überreizung etwas geschützt. Die Aufmerksamkeit scheint quasi größtenteils noch nach innen gerichtet zu sein da die Hauptaufgaben nun im Erlangen eines neuen Gleichgewichts des Organismus außerhalb des Mutterleibes liegen.
So benötigt ein Neugeborenes auch sicheren festen körperlichen und psychischen elterlichen Halt und Eltern, die geduldig beginnen, dieses unbekannte Wesen in all seine Bedürfnissen kennenzulernen. Hierfür benötigen junge Eltern, und hier besonders die Mütter, ebenfalls einen geduldigen Halt von Partner und Familie.

Der zweite Lebensmonat

Das Baby unterscheidet das Gesicht der Mutter von anderen Gesichtern Es beginnt spontan zu lächeln und kommt mit den Händen immer sicherer zum Mund. In der Bauchlage hebt das Baby seinen Kopf und dreht ihn auf die Seite. Es reagiert auf den Klang von Stimmen, besonders auf hohe Töne und Gesang. Mit einem Monat kann es bereits verschiedene Klänge differenzieren. In der Kommunikationsäußerung beginnt das Baby neben dem Schreien auch zu gurren und reagiert mit Lauten auf Ansprache. In der Sehwahrnehmung verlagert sich die Aufmerksamkeit des Babys nun weg vom Haaransatz und Kopfumriss hin zum Gesichtsinneren, insbesondere Auge, Nase, Mund des Gegenübers. Es reagiert auf menschliche Stimmen und Gesichter. Die Aufmerksamkeit beginnt sich langsam von innen nach außen zu richten, der eigene Reizschutz lässt etwas nach und es besteht nach wie vor die Notwendigkeit eines äußeren Schutzes vor Überreizung. Manche Babys schreien in den ersten drei Monaten sehr viel, dazu nähere Informationen im Kapitel "Schreibabys").

Der dritte Lebensmonat

Bis Ende des dritten Monats hat ein Baby durchschnittlich 1.000 Gramm zugenommen und ist rund zehn Zentimeter gewachsen. Das Baby hat seinen Kopf unter Kontrolle. Wenn es auf dem Rücken liegt, entdeckt es seine Hände und Füße. Liegt das Baby auf dem Bauch, kann es den Oberkörper aufrichten. Wird es aufrecht gehalten, stemmt es sich mit seinen Füßen auf die Unterlage. Im Alter von drei Monaten entwickelt das Baby wichtige Funktionen im Zentralnervensystem und bildet langsam einen Tag-Nachtrhythmus aus. Die Hauptaufgabe der Umstellung des Organismus auf die Welt außerhalb des Mutterleibes ist mit etwa drei Monaten nicht mehr so sehr im Vordergrund, wie in den Monaten davor. Vom Gesamteindruck macht es um die drei Monate meist den Eindruck, als wäre es nun deutlicher in dieser Welt angekommen und zeigt sich als kleine Persönlichkeit. Das soziale Interesse zunächst an den primären Bezugspersonen Mutter und Vater wird nun zum Hauptinteresse des Babys. Es sucht und meidet den Blickkontakt des Gegenübers und kommuniziert über Mimik, Gestik und beginnt auch zu lachen. Es artikuliert Bedürfnisse durch verschiedenartige Schreie und Laute. Das Halten von Blickkontakt stellt für Babys lange Zeit eine große Erregung dar und wird über das Abwenden des Blickes selbst reguliert. Daher ist es nicht günstig, dem abgewandten Blick nachzugehen um den Blick des Babys einzufangen, damit das Baby nicht überfordert wird. Sobald es dazu wieder in der Lage ist, sucht es den Blickkontakt auch wieder von selbst. Insgesamt verfolgt es zunehmend Details und Bewegungen. Mit drei Monaten kann die Mutter visuell von anderen Personen unterschieden werden.

Der vierte Lebensmonat

Mit vier Monaten beginnt ein Baby sich vom Bauch auf den Rücken zu drehen. Das Baby hebt den Kopf in Rückenlage, beim Hochziehen zum Sitzen kann es den Kopf aktiv nach vorn mitziehen. Es dreht sich in Seitenlage und hat eine gute Kopfkontrolle, auch im gehaltenen
Sitzen. Wenn es auf dem Rücken liegt, beginnt es nach Dingen greifen, die über dem Bett aufgehängt sind und benutzt verstärkt die Hände zur Wahrnehmung Es beginnt zu plappern und ahmt lallend vorgesprochene Vokale nach. Wird es angelächelt, erwidert es dieses Lächeln meist. Es kann durch Mimik Entzücken, Traurigkeit und Überraschung zeigen. Nun bestehen längere Wachphasen und die Aufmerksamkeit wird vermehrt nach außen gerichtet. Das Baby beginnt sich nun noch mehr für Mutter, Vater und Bezugspersonen zu interessieren und erforscht nun mit Blicken genauso wie mit den Händen das Gesicht seines Gegenübers sowie Teile des Körpers, wie Brille, Schmuck, Haare, etc. Es beginnt den eigenen Körper von dem des Gegenübers zu unterscheiden. Diese wichtige interessierte Erforschung des Babys an seinen geliebten Personen missverstehen manche Eltern auch als Unart des Babys. Obwohl es bereits mit Babyspielzeug hantieren kann, liegt das Hauptinteresse in diesem und den nächsten Monaten noch nicht beim unbelebten Spielzeug, sonders bei den lebendigen geliebten Personen. Auch das eigene Spiegelbild beginnt interessanter zu werden.

Der fünfte Lebensmonat

Viele Babys benutzen jetzt nur noch eine Hand, wenn sie nach etwas greifen. Das Baby stützt sich auf einen Unterarm und greift mit der anderen Hand; es hebt Arme und Beine gleichzeitig in Bauchlage hoch. Es dreht sich vom Bauch in die Rückenlage.
Irgendwann zwischen dem sechsten und dem zwölften Monat kommt der erste Zahn. Sie können beginnen, dem Kind einige Löffel Karottenpüree, geschabten Apfel oder zerdrückte Banane anzubieten und so langsam eine Milchmahlzeit zu ersetzen. Zu dem Bedürfnis des Saugens kommt nun das Bedürfnis des Beißens dazu. Der Mund des Babys ist ein wichtiges Erforschungsorgan, weshalb nicht nur mit den Händen betastet sondern auch alles auch in den weiteren Monaten in den Mund gesteckt und über den Mund erforscht wird.
Nun nehmen die Lautäußerungen des Babys muttersprachliche Färbungen an. Es drückt Freude durch lautes Lachen und Quietschen aus und begrüßt seine Betreuer durch Strampeln und Zappeln. Mit fünf Monaten hat das Baby bereits dasselbe Farbspektrum wie der Erwachsene.

Der sechste Lebensmonat

Viele Babys können sich jetzt auch schon vom Rücken auf den Bauch drehen. Gegen Ende des sechsten Monats wiegen Babys durchschnittlich doppelt so viel wie bei der Geburt.
Das Baby stützt sich mit einer Hand in der Bauchlage ab und holt mit der anderen gleichzeitig einen Gegenstand. Es beginnt mit Unterstützung und langsam auch ohne fremde Unterstützung zu sitzen. Die Beine werden bei Stehversuchen nicht mehr abgeknickt, das Kind steht auf den Zehenspitzen und hüpft. Es greift mit der ganzen Hand und kann Gegenstände von einer Hand in die andere nehmen. Es experimentiert mit verschiedenen Betonungen und Tonhöhen. Das Baby ordnet ärgerliche oder fröhliche Stimmen dem entsprechenden Gesichtsausdruck zu.

Der siebente Lebensmonat

Ab etwa sieben Monaten ist ein weiterer Schritt des "Ausschlüpfens" erfolgt, wobei ein eigenes individuelles Selbst entsteht. Es beginnt der Blickrichtung eines Erwachsenen zu folgen, betrachtet nicht mehr den Finger, sondern den Gegenstand, auf welchen der Finger gerichtet ist. Gemeinsam geteilte Aufmerksamkeit mit einem Gegenüber entsteht.
Es beginnt, auf seinen Namen zu hören und sprachlich mit Verdoppelung von Silben und Lallen und dem Nachahmen der Sprachmelodie der Erwachsenen.
Das Gleichgewicht im Sitzen ist noch unsicher, es versucht durch Drehen aktiv an Dinge heranzukommen.
Als Getränke sind am besten Wasser, ungesüßter Saft oder Tee geeignet. Wenn Sie Mineralwasser nehmen, dann solches, das „zur Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“ ist. Viele Kindertees bestehen bis zu einem hohen Prozentsatz aus Zucker – der für Zähne und Kiefer
gefährlich ist.

Der achte Lebensmonat

Ihr Baby erkennt bekannte Menschen und beginnt zu fremdeln, was bedeutet, dass es nun einen deutlichen Unterschied zwischen seinen Hauptbezugspersonen und anderen Menschen macht. Die emotionale Bindung zu einer oder mehreren Personen beginnen sich zu verstärken.
Das Baby robbt rückwärts und steht gehalten. Zehn Prozent der Babys krabbeln nicht. Die Formen der Fortbewegung sind aber vielfältig, von Rutschen im Sitzen über Rollen bis Krabbeln und andere Varianten. Jetzt kann man einen Milch-Getreide-Brei anbieten, der beispielsweise die Milch-Mahlzeit abends ersetzt.

Der neunte Lebensmonat

Die so genannte „Objekt-Permanenz“ beginnt: Sie verstecken ein Spielzeug unter einem Tuch und ihr Baby weiß, dass der Gegenstand trotzdem da ist. Kinder lieben die Guguck-da-da Spiele und setzen sich damit auch spielerisch mit der sichtbaren An-und Abwesenheit der Bezugspersonen auseinander. Wenn Sie ihm etwas wegnehmen, wird es ärgerlich und protestiert. Es versucht, die Funktionen von Gegenständen zu begreifen und sie richtig zu nutzen. Das Baby greift mit Daumen und Zeigefinger und kann mit geradem Rücken sitzen. Es kommt in den Vierfüßlerstand, schaukelt und verlagert das Gewicht. Es kommt über die Bauchlage zum Sitzen hoch.
Das Baby beginnt ein Nein ebenso zu verstehen wie Neckerein und Späße. Das bedeutet aber, dass es zu erfassen beginnt, was im Gegenüber vorgeht, da sonst diese Äußerungen nicht verstanden werden können. Somit sind erste Ansätze von Emphatie gegeben. Unsichere Situationen werden auch mittels eines fragenden Blicks in Richtung Vertrauenspersonen "erfragt". Ist die Elterliche Reaktion wohlwollend, wird die Handlung fortgesetzt, ist eine ängstliche oder ärgerliche oder verbietende Mimik, Gestik und Sprachäußerung gegeben, wind mit der Tätigkeit inne gehalten. Selbst kann es bittende Gesten gestalten, wie zum Beispiel die Hand mit der Handfläche nach oben ausstrecken, Greifbewegungen, den Blick zwischen Gegenstand, Hand und Mutter richten.

Der zehnte Lebensmonat

Das Baby zieht sich zum Stehen hoch und wippt auf und nieder. Es kann jetzt den Löffel zum Mund führen und einfache Worte wie Mama und Papa zu bilden versuchen..
Machen Sie Ihre Wohnung kindersicher: Das Baby sucht sich zum Spielen, was es im Haushalt gibt. Bieten Sie dem Kind etwas von den Familienmahlzeiten an und lassen Sie es so weit wie möglich selbst mit dem Löffel essen. Aber: Salzen und würzen Sie nur sehr wenig. Falls Sie noch stillen, denken Sie schön langsam an ein Abstillen, sodass Sie um ein Jahr herum abgestillt haben und daher der wichtigen Autonomieentwicklung nicht im Wege stehen.
In irgendeiner Form sind nun die meisten Babys mobil, womit eine neue Phase eingeleitet wird. Die Welt außerhalb der nahen und geliebten Personen beginnt interessant zu werden, sie beginnen die Welt zu entdecken. Die nun beginnende selbstvergessene Art der Erforschung von allem und jedem hat dieser Zeit auch den Ausdruck " Loveaffair with the world" gebracht. Bedenken Sie, dass für Ihr Baby das alles das erste Mal und nichts selbstverständlich ist. Die gehobene euphorische Stimmungslage dieser Zeit führt dazu, dass sie auch recht robust gegen kleine Unfälle reagieren, und es immer und immer wieder versuchen. Manche Babys haben nun Schwierigkeiten sich abends von der aufregenden Welt zu verabschieden und in den Schlaf zu finden und benötigen beruhigende, entängstigende regelmäßige Einschlafrituale.
Das Baby beginnt sich insgesamt ein Stückchen aus der engen Verbundenheit mit der Versorgungsperson zu lösen. Sie erforschen auch ihre eigenen Wirkfähigkeiten im Umgang mit
Dingen. Gleichzeitig ist die sichere "Tankstelle" der Bezugspersonen, wo sie jederzeit zurückkrabbeln und sich gefühlsmäßig wieder auftanken können eine notwendige Voraussetzung, um sich im Welterforschen sicher und mutig fühlen zu können.
Das Baby reagiert nun auch auf einfache Anforderungen und kann noch nach 24 Std einfache, bei Erwachsenen beobachtete Handlungen nachahmen.
Es zeigt offen Zuneigung und erkennt worauf eine Person gefühlmäßig reagiert

Der elfte Lebensmonat

Es ist normal, wenn ein Kind einmal mehr und dann wieder fast nichts isst. Kleinkinder haben ein sehr ausgeprägtes Empfinden dafür, wie viel sie brauchen. Erst wenn auffällige Essgewohnheiten länger dauern oder Ihr Kind zu dünn oder zu dick wird, sollten Sie den Kinderarzt aufsuchen. Lassen Sie Ihr Kind so selbständig wie nur möglich essen!
Das Baby benutzt seine Zeigefinger, um auf etwas zu deuten und schaut Bilder an. Sie können ihm einfache Bilderbücher, wo möglichst nur ein Gegenstand deutlich auf einer Seite dargestellt ist, anbieten. Es beginnt auch, vorgesprochene Wörter nachzuahmen. Das Baby spielt gerne verstecken und imitiert Grimassen. Es läuft an beiden oder einer Hand gehalten. Vermeiden Sie tunlichst Lauflernwagerln, diese schaden der motorischen Entwicklung Ihres Kindes.

Ein Jahr alt: Alles Gute zum Geburtstag!

Mit zwölf Monaten hat Ihr Baby sein Geburtsgewicht verdreifacht. Es läuft sicher an Ihrer Hand oder am Tisch entlang, manche Kinder machen vor oder nach ihrem ersten Geburtstag die ersten freien Schritte, was auch einen weiteren Schritt in der Autonomieentwicklung darstellt. Es kann Gegenstände identifizieren, wenn diese mit Namen genannt werden. Mit einem Jahr beginnt Ihr Kind erste klare Worte mit Bedeutung zu sprechen. Es lernt durch Nachahmen auch neue Verhaltensweisen, wie Winken oder Klatschen.
Es greift nun mit den Spitzen von Daumen und Zeigefinger wie mit einer Pinzette. Die Sehqualität entspricht mittlerweile der eines Erwachsenen.
Mindestens eine warme Mahlzeit am Tag ist wichtig (mittags und/oder abends). Morgens kann man Milch, belegte Brote, ein Müsli oder frisches Obst anbieten. Optimal für zwischendurch sind frisches Obst und rohes Gemüse, Vollkornkekse oder ein Honigbrot.

In den ersten Lebensjahren machen Kinder große Entwicklungssprünge. Die folgende Zusammenfassung soll einen kurzen Überblick über die wichtigsten Entwicklungsstadien vermitteln. Bitte bedenken Sie, dass jedes Kind anders ist; manche Kleinkinder sind in einigen Punkten wahrscheinlich weiter in ihrer Entwicklung, in anderen wieder etwas zurück. Das gilt natürlich auch für das erste Lebensjahr. Bei größeren Abweichungen sollten Sie Ihren Kinderarzt zu einer Entwicklungskontrolle aufsuchen.

Der dreizehnte Lebensmonat

Das Kind beginnt, an einer Hand oder frei zu laufen, und kann einzelne Worte mit Bedeutung sprechen. Es wirft gelegentlich Gegenstände auf den Boden, von welchen es möchte, dass sie von der Versorgungsperson wieder aufgehoben werden. Dies ist ein Interaktionsspiel, das nicht als schlimmes oder provokatives Verhalten missverstanden werden. darf, obwohl es manchmal für Eltern auch recht anstrengend sein kann.
Ungefähr um das erste Lebensjahr herum beginnt das Kind , neben den erwähnten Worten mit Bedeutung , also sprachlichen Symbolen, auch ein generelles Symbolspiel zu entwickeln, es
beginnt beispielsweise Gegenstände und Personen zu Spielfiguren umzudeuten.
Das Lebensmittelangebot gleicht sich immer mehr an das der Erwachsenen an. Aber: Salzen und würzen Sie nur sehr wenig. Dass ein Kind einmal mehr und einmal weniger isst, ist normal. Erst wenn auffällige Essgewohnheiten länger dauern und Ihr Kind viel zu dünn oder zu dick wird, sollten Sie den Kinderarzt aufsuchen.
Mindestens eine warme Mahlzeit am Tag ist wichtig (sie kann mittags und/oder abends gegeben werden). Sie sollte vorwiegend aus Gemüse mit Kartoffeln, Reis oder Nudeln bestehen, mit nur wenig Fleisch oder Fisch. Sorgen Sie bei Gemüse für Abwechslung, pürieren sie es manchmal. Manche Kinder mögen auch in kleinen Mengen Ketchup dazu. Falls Ihr Kind plötzlich kein Gemüse mehr mag, besteht kein Grund zur Sorge. Meist legen sich Abneigungen von selbst. Morgens kann man Milch, belegte Brote, ein Müsli oder eine Milchspeise mit Getreideflocken, frischem Obst und Nüssen anbieten. Fertige Müslimischungen enthalten oft viel Zucker. Optimal für zwischendurch sind frisches Obst und rohes Gemüse oder ein Stück Kuchen, Vollkornkekse oder ein Honigbrot.
Vermeiden sollten Sie zu süße und zu fette Speisen, gezuckerte Teefläschchen, stark Gewürztes und Gesalzenes. Außerdem Säfte, Joghurts und Süßigkeiten, die mit Extra-Portionen Vitaminen und Mineralstoffen angereichert sind. Für eine ausgewogene Ernährung sind diese meist auch teuren Lebensmittel überflüssig.

Der vierzehnte Lebensmonat

Die meisten Kinder laufen nun ohne Hilfe. Der Aktionsradius ist durch den freien Gang nun noch größer geworden und die Autonomieentwicklung schreitet voran. Sie essen bereits mit einem Löffel, wahrscheinlich noch etwas unbeholfen. Schubladen und Abfallkörbe, alles im Umfeld des Kindes wird weiter erforscht. Die emotionale Sicherheit, wie bereits im 10. Monat erwähnt, bleibt noch einige Monate eine notwendige Voraussetzung zur sicheren und freudigen Erforschung der Welt.
Achten Sie auf eine kindersichere Wohnung! Kinder, die krabbeln oder gar laufen können, sind meist sehr aktiv und neugierig. Es ist angenehmer für das Kind, eine sichere Welt ohne allzu viele Verbote erforschen zu können. Schubladen sollten mit einem Stopper gesichert werden, damit die Schublade nicht ganz herausgezogen werden kann, besser sind Sicherungen, die das Öffnen der Schublade verhindern. Besonders wichtig ist dies bei Schränken, die Chemikalien wie Waschpulver oder Spülmittel enthalten. Bei Elektrogeräten sollte man darauf achten, dass weder das Gerät selbst noch dessen Kabel in Reichweite des Kindes ist. Wenn das Kind an einem Kabel zieht, fällt das Gerät nicht selten hinunter. Den Herd sichert man am besten mit einem Gitter, das Kinderfinger von heißen Herdplatten sowie Topf- und Pfannengriffen fernhält. Viele Backöfen haben bereits eingebaute Kindersicherungen. Regale sollten mit Winkeleisen an der Wand befestigt werden. Teppiche und Matten können mit Gummimatten am Rutschen gehindert werden. Steckdosen müssen gesichert sein. Je sicherer die Umgebung, umso leichter werden Sie mit den Autonomiebestrebungen und Trotzanfällen zurechtommen können. Ein Klares Nein mit der Ergänzung, für die wütenden, traurigen ,enttäuschten Gefühle Verständnis zu haben sind oft sehr hilfreich.

Der achtzehnte Lebensmonat

Mit eineinhalb Jahren besteht wieder ein größerer Entwicklungssprung. Die Kinder entwickeln eine objektivere Sicht von sich selbst. Sie können sich nun im Spiegel selbst erkennen. Malt man ihnen vor dem Spiegel einen roten Punkt auf die Stirn, greifen sie mit der Hand auf ihre eigene Stirn. Macht man diesen Versuch in etwas jüngerem Alter, greift sich das Kind nicht auf die Stirn, sondern auf den Punkt am Spiegel. Es beginnt " ich, mich, meins"
Die Kinder sind nun auch körperlich geschickter und können beim Spielen Bausteine
aufeinander stapeln und beginnen, Treppen zu steigen. Einige Kleidungsstücke werden bereits selbst ausgezogen.
Die Sprache gewinnt deutlich an Bedeutung und es beginnen die Zwei-Wort-Sätze, wie zum Beispiel „Trinken haben“. Das Vokabular geht bis zu 20 Wörtern, wobei es große individuelle Unterschiede gibt. Mit eineinhalb Jahren können die meisten Kinder einfache Bitten befolgen. Das Kind begrüßt und umarmt vertraute Personen und zeigt erste Anteilnahme, der Einsatz von Symbolen und symbolischem Spiel gewinnt stark an Bedeutung
Die euphorische begeisterte Welterforschung, die etwa mit 10Monaten begonnen hatte und mit stärkerer Mobilität auch einen größeren Radius erhalten hat sowie mit verstärkter Autonomieentwicklung einherging, erfährt nun einen Dämpfer und gewissermaßen einen Einbruch. Auch Kinder die bereits sehr selbständig erforschen und erkunden konnten, hängen nun wieder am "Rockzipfel". Mit der objektiveren Sicht ihres Selbst nehmen sie vermehrt ihre Abhängigkeit und Trennung von den Versorgungspersonen wahr, die Kinder erschrecken und ängstigen sich. Sie entwickeln stärkere Trennungsängste und die Stimmungslage ist meist nicht mehr so euphorisch, wie die Monate davor. Sollen Kinder zu diesem Zeitpunkt in eine Krippe eingewohnt werden, ist dies zwar möglich, aber es ist ein schwieriger Zeitpunkt.
Mit der objektiveren Sicht ihres Selbst gehen auch die Erkennung des Geschlechtsunterschiedes und eine erste Geschlechtsidentität einher. Dies überrascht viele Eltern, dass Kinder mit eineinhalb Jahren bereits ihre Geschlechtlichkeit erkennen und vom anderen Geschlecht unterscheiden.
Nun, wo die Sprache immer mehr Bedeutung einnimmt und die Symbolisierungsfähigkeit des Kindes laufend zunimmt, gewinnt es einerseits mehr Möglichkeiten, gleichzeitig geht ihm auch ein anderer Teil verloren. Das Kind findet immer größeren Eingang in die Gemeinschaft mit dem Risiko, die Kraft und Ganzheit des ursprünglichen Erlebens einzubüßen. Der Zustand, "ohne Worte gefühlsmäßig verstanden zu werden," ein Bedürfnis, das auch einem Erwachsenen nicht ganz fremd ist, nähert sich dem Ende.
Der Impfplan sollte in diesem Alter auf mögliche Lücken überprüft werden.

Der zweite Geburtstag

Das objektivere Selbstbild des Kindes, das mit eineinhalb Jahren begonnen hat, ist nun mit zwei Jahren gut etabliert. In diesem Alter erkennen sich quasi alle Kinder im Spiegel und haben ein Ich-Bewußtsein entwickelt und können auch "ich" sagen.
Sprachlich ist oft eine Wörterexplosion zu beobachten, viele neue Worte kommen hinzu und zwei-Wortsätze sind nun bei fast allen Kindern gut etabliert. Mit zwei Jahren werden Worte zu einfachen Aussagen kombiniert und die Kinder erkennen mehrere Körperteile. Abbildungen von Tieren werden mit Namen versehen.
Das Kind spielt nun auch mit anderen Kindern und hat Freude daran.
Mit zwei Jahren hat die Trotzphase und Beschäftigung mit dem eigenen Willen einen Höhepunkt. Ebenfalls in diese Zeit fällt der Beginn der Sauberkeitserziehung. Etwa um das zweite Lebensjahr wird Ihnen Ihr Kind wahrscheinlich irgendwie signalisieren, dass die Windel voll ist. Das Kind betrachtet den Urin und Kot als seinen Besitz, den man nach eigenem Gutdünken hergeben oder für sich behalten möchte.
Bei der Sauberkeitserziehung geht es auch um Themen der Körperkontrolle und Disziplin. Es ist unrealistisch, vor dem dritten Geburtstag eine konsequente Sauberkeit und Trockenheit zu erwarten. Das Kind muss ja nicht nur die volle Kontrolle über die Schließmuskeln besitzen, sondern auch gefühlsmäßig so weit sein. Es ist wichtig die Wünsche des Kindes diesbezüglich zu respektieren und sich nicht mit dem Kind auf einen Machtkampf einzulassen. Letztlich ist es
seitens des Kindes ein Geschenk, wenn es Urin oder Kot hergibt; die Kinder tun dies freiwillig oder eben gar nicht. Sie können darauf vertrauen, dass es jedem Kind ein Bedürfnis ist, sauber und trocken zu werden. Rückfälle sind ein normaler Bestandteil der Entwicklung. Es braucht Ermutigung und Hilfe, um diese Kontrolle zu erlangen.
Insgesamt besteht eine zunehmende Unabhängigkeit von den Eltern, die "Rockzipfelzeit" des Eineinhalbjährigen ist wieder überwunden, die Trennungsängste haben wieder etwas nachgelassen .Es beginnt sich nun auch eine gefühlmäßige innere Sicherheit darüber herauszubilden, dass die nahen Bezugspersonen nicht verschwunden sind, wenn das Kind sie nicht sieht. (die sogenannte Objektkonstanz). Dieser Prozess ist erst etwa mit dem dritten Lebensjahr abgeschlossen und fällt mit dem Kindergartenalter zusammen. Die innere Gewissheit, mit zwei Jahren noch etwas unsicher aber im Entstehen, dass Mama, Papa oder andere Bezugspersonen in den Gedanken des Kindes einen sicheren Platz bekommen haben, lässt die Trennungsängste kleiner werden.
Ein zweijähriges Kind verfügt aber noch nicht über ein eigenes Gewissen. In Anwesenheit der Bezugspersonen kann es ein Nein durchaus schon berücksichtigen. Die Versorgungspersonen stellen sozusagen das äußere Gewissen dar. Sind diese nicht anwesend, verfügt das Kind über diese Fähigkeit noch nicht. Es wird vielleicht: "nein, nein" sagen und die verbotene Handlung trotzdem ausführen.
Die motorische Entwicklung verläuft schnell: Zwischen dem 12. und dem 15. Lebensmonat lernt das Kind Laufen, mit zwei bis drei Jahren kann es bereits Dreirad fahren und auf Leitern klettern.
Jetzt sollte auch die nächste Mutter-Kind-Pass-Untersuchung inklusive einer augenärztlichen Untersuchung erfolgen. Während dieser Untersuchungen werden die gewohnten Messungen sowie ein Sehtest, eine entwicklungs- und verhaltensmäßige Überprüfung und eine körperliche Untersuchung vorgenommen. Nutzen Sie das Angebot und besprechen Sie auch alle für Sie wichtigen Dinge mit Ihrem Kinderarzt.
Zwischen dem ersten und zweiten Geburtstag nimmt ein Kind etwa zwei bis drei Kilogramm zu. Ihr Kind weiß im Allgemeinen am besten, wie viel es essen möchte, versuchen Sie nicht, es zum Essen zu zwingen. Vermeiden Sie Süßigkeiten und gesüßte Säfte. Wasser, Mineralwasser, ungezuckerter Früchtetee oder Kräutertee wären geeignete Getränke. Fruchtsäfte können etwa zehn Prozent Kohlenhydrate enthalten und daher zu Karies führen. Es gibt bereits dreijährige Kinder, die keine Frontzähne mehr haben!

Der dritte Geburtstag

Wieder ist es Zeit, eine Mutter-Kind-Pass-Untersuchung und eventuell eine Ergänzung der bisherigen Impfungen beim Kinderarzt durchführen zu lassen.
Die Kinder können sich jetzt mit Hilfestellung anziehen (Zuknöpfen der leichteren Knöpfe) und soziale Spiele wie z.B. Fangen spielen. Sie sind motorisch nun so geschickt, dass sie Dreiradfahren, Treppen steigen, auf einem Bein hüpfen und springen können.
Sie können den Vor- und Nachnamen sagen und Wörter wie „hungrig“ oder „durstig“ verstehen. Der Wortschatz ist auf etwa 300 Worte angewachsen und formuliert einfache grammatikalisch richtige Aussagesätze. Sie erfreuen sich zusehends an Liedern und Reimen und interessieren sich auch für mechanisches Spielzeug, wie Lichtschalter oder Geräte. Nun können sie auch Puzzlespiele mit drei oder vier Teilen lösen. Die Kinder wissen, wo die Dinge hingehören und essen nahezu selbständig.
Das Sauberkeitstraining ist im Gange, wobei, von regelmäßigen Rückfällen abgesehen, viele Kinder nun schon regelmäßig das Töpfchen oder die Toilette benutzen. Das Trotzverhalten lässt wieder nach.
Die Erlebniswelt des Kindes ist eine magische und belebte. Der Teddybär und die Puppe haben lebendigen Charakter; Hexen, Feen und Zauberer beginnen Einzug zu halten und verweilen bis etwa zum Schuleintritt. Die Unterscheidung zwischen Phantasie und Realität ist nicht immer klar.
Im 3. Lebensjahr wird zwischen „mein“ und „dein“ unterschieden und mit dem Zählen begonnen. Viele Kinder beginnen jetzt, in den Kindergarten zu gehen. Sofern dies die beruflichen und finanziellen Umstände erlauben, ist das auch von der Entwicklung des Kindes ein sehr guter Zeitpunkt, wenn das seitens der Eltern auch so gewünscht wird. Nun ist die innere Sicherheit so weit entwickelt, dass die geliebten Bezugspersonen dem Kind auch in deren Abwesenheit psychisch nicht verloren gehen. die Trennung kann natürlich kurzfristig schmerzen, wird aber gut verarbeitet.
Mit drei Jahren hat sich auch das Spiel mit Spielgefährten bereits deutlich verändert, da es beim Spielen kooperieren kann, was eine nötige Voraussetzung für ein gemeinsames Spiel darstellt. Es beginnen sich langsam ein Gewissen und Schuldgefühle zu entwickeln, die aber noch nicht wirklich ausgebildet sind. Zuneigung zu vertrauten Spielpartnern entwickelt sich und langsam beginnen auch kleine Rollenspiele.

Im Kindergarten erwartet ein Kind eine völlig neue Situation: eine Gruppe von Kindern, entsprechend Lärm und Unruhe, neue Regeln, Auseinandersetzungen ums Spielzeug usw. Und vor allem: Die Eltern sind nicht mehr anwesend. Es gibt eine neue Bezugsperson, die man mit anderen teilen muss. .

Wählen Sie einen Kindergarten aus, mit dem Sie wirklich zufrieden sind. Wenn Sie unzufrieden sind und Ihr Kind trotzdem täglich hinschicken, bringen Sie es in eine schwierige Konfliktlage.

Wichtig ist eine gute Vorbereitung. Besuchen Sie den Kindergarten Ihrer Wahl vorher im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“, um die Angst vor dem Start zu verringern. Sprechen Sie über den Kindergarten, machen Sie Ihrem Kind aber keine falschen Hoffnungen, in dem Sie nur das Positive erzählen. Die Kinder sollen wissen, dass es dort auch Regeln und Pflichten gibt und die Kindergärtnerin für viele Kinder da ist. Auch Bilderbücher über den Kindergarten können eine gute Vorbereitung zur Unterstützung bieten. Die meisten Kindergärten bieten von sich aus eine langsame Eingewöhnung an. Sollte dies nicht der Fall sein, fordern Sie diese ruhig ein. Anfangs sollten Sie mit dem Kind gemeinsam anwesend sein, Anschließend mit Information an das Kind bleibt dieses für nur kurze Zeit alleine dort. Dieser Zeitraum wird in Etappen verlängert. Vor allem am Beginn sollte man lange Abschiede vermeiden und schnell gehen, oft hören Kinder auf zu weinen, sobald die Eltern nicht mehr in der Nähe sind. Gehen Sie auf keinen Fall, ohne sich zu verabschieden und geben Sie Ihrem Kind ein vertrautes Stofftier mit. Teilen Sie Ihrem Kind vor allem mit, dass Sie wieder kommen. Geben Sie auch etwa eine Zeitspanne bekannt, die Ihrem Kind ein Begriff ist.

Bedenken Sie auch, dass der Kindergarten anstrengend ist und die Kinder auch Ruhe brauchen. Leider ist der Kindergarten auch eine Periode, in der Ihr Kind mit zahlreichen Viren konfrontiert wird. Manche Kinder sind in den ersten Monaten häufig krank und machen verschiedene Infekte durch. Das hat aber auch seine positive Seite: Das Abwehrsystem wird trainiert und nach einigen Monaten bessert sich die Situation.

Fast jedes Kind hat irgendwann keine Lust mehr, in den Kindergarten zu gehen. Halten Sie

jedenfalls in dieser Situation Rücksprache mit der Kindergärtnerin.

Möchten oder müssen Sie Ihr Kind schon früher betreuen lassen, sind eine möglichst kleine Kinderzahl und kürzere Zeiteinheiten eine gute Lösung, da dann das Kind weniger überfordert wird und das Umfeld eher seinen Entwicklungsbedingungen entspricht. Manchmal sind Tagesmütter eine gute Überbrückung bis zum Kindergarteneintritt. Auch eine langsame Eingewöhnung bei jüngeren Kindern ist von noch größerer Bedeutung als es auch bei den Dreijährigen ist.

Der vierte Geburtstag

Das vierjährige Kind entwickelt bereits ein Zeitverständnis und auch ein autobiographisches Gedächtnis. Es versteht, dass verschiedene Menschen ein und dieselbe Sache aus verschiedenen Perspektiven sehen können.
Sprachlich kann das Kind grammatikalisch richtige Fragen stellen und Sätze aus 5 bis 6 Wörtern bilden.
Es kann nun kooperieren, teilen und schenken. Die Sauberkeitsentwicklung ist bei zahlreichen Kindern im Wesentlichen abgeschlossen, auch wenn es gelegentlich noch zu kleinen Missgeschicken kommen kann.
Rollenspiele sind nun neben neuen Wettbewerbsspielen sehr beliebt. Erste Freundschaften entstehen.
In den Vater-Mutter-Kind-Spielen setzen sie sich spielerisch mit der Identifizierung mit den Erwachsenen, vorzugsweise des eigenen Geschlechts, aber auch anderen Rollen auseinander.
Mit vier Jahren beginnen Märchen interessant zu werden. Die magisch bewegte Welt wird immer bedeutsamer. Nun kreisen die Phantasien der Kinder um ihre Liebe zum gegengeschlechtlichen Elternteil. " Wenn ich groß bin, heirate ich meine Mami/ meinen Papi", sind Aussagen, die viele Eltern kennen. Mit diesen sehnsuchtsvollen Wünschen sind aber auch die damit verbundenen Ängste vor der Rache oder Strafe des anderen Elternteils verbunden. Viele Eltern schmelzen verständlicherweise bei den Liebesbezeugungen der Kinder dahin. Steigen Sie aber nicht auf die häufigen Wünsche ein, im Elternbett zu schlafen. Sie verstärken sonst zeitgleich auch die Ängste ihres Kindes vor dem jeweils anderen Elternteil.
Ängste vor Hexen und Zauberern und Riesen sind nun häufig. Phantasiegeschichten dürfen nicht mit Lügengeschichten verwechselt werden. Zunehmend beginnt sich ein Gewissen zu entwickeln, das nicht mehr die ständige Anwesenheit der Erwachsenen benötigt. Abgeschlossen wird diese Entwicklung aber erst etwa mit Schuleintritt sein. Die Kinder beginnen sich nun auch zu interessieren, woher die Babys kommen, und woher sie selbst kommen. Nun ist der richtige Zeitpunkt, für diese Fragen hellhörig zu sein und mit den Kindern Aufklärungsbücher für das entsprechende Alter anzusehen. Pflege- oder Adoptivkinder sollten spätestens jetzt (sofern dies nicht ohnehin bereits ein laufendes Thema war) über ihre Entstehungsgeschichte aufgeklärt werden.

Der fünfte Geburtstag

Das Kind kann nun komplexe Geschichten erzählen und verfügt über einen Wortschatz von etwa 8000 Wörtern.
Es versteht, dass sich eigene Gedanken und Gefühle von denen andere Menschen unterscheiden. Die motorische Betätigung macht meist viel Freude und es werden neue Fertigkeiten erlernt, wie
beispielsweise Radfahren mit Stutzen und Schwimmen mit Schwimmbehelfen, Eislaufen oder Schifahren. Die Altersgrenzen hierfür sind aber doch recht unterschiedlich. Unterstützen Sie diese freudvollen körperlichen Tätigkeiten, aber üben Sie keinen Druck aus.
Mit Fünf Jahren sind Freundschaften bereits sehr wichtig und die Kinder möchten anderen Kindern auch gefallen. Sie lernen auch andere Ansichten kennen. Es besteht ein inneres Konzept von "Gut" und "Böse", die Gewissensbildung ist im Gange. Die wesentlichen Themen, die beim Vierjährigen beschrieben sind, sind weiterhin aktuell. Die magische Märchenwelt ist noch nicht aufgegeben und die Liebesbeteuerungen dem jeweils gegengeschlechtlichem Elternteil gegenüber ebenfalls noch nicht.

Der sechste Geburtstag und das 7. Lebensjahr

In dieser Zeit kommen die Kinder in die Schule und es ist ein Quantensprung in der Entwicklung geschehen.
Motorisch sind sie nun bereits meist recht autonom, können ohne Stützen Fahrrad fahren, Rollschuh oder Schlittschuh laufen und Fußballspielen. Ein Körperwandel vollzieht sich im Sinnen eines Längenwachstums und beginnenden Zahnwechsels.
Das Kind gebraucht die Sprache weitgehend korrekt und kommuniziert erfolgreich, ohne über die Sprache reflektieren zu müssen.
Die magische Märchenwelt wird nun verlassen und das Kind kann zunehmend zwischen Schein und Wirklichkeit trennen, versteht etwa Verkleidungen, ohne sie für echt zu halten (z.B.: Nikolo). Die Zuneigung zum gegengeschlechtlichen Elternteil wird aufgegeben und ein stabiles Gewissen entsteht. In Zusammenhang damit bildet sich auch die Geschlechtsidentität aus (nach der Vorform mit etwa eineinhalb Jahren), indem das Mädchen wie die Mama, der Bub wie der Papa sein will und sich mit den gleichgeschlechtlichen Elternteilen identifiziert. Diese Rollen hat es die letzten Jahre immer wieder spielerisch ausprobiert. Die Beschäftigung mit der Märchenwelt weicht dem großen Sachinteresse für die reale Welt, womit es auch eine Schulreife erlangt. Die Ausdauer ist ebenfalls höher geworden und es ist in der Lage, seine Bedürfnisse wie Essen, Trinken, Toilette, Spielen, Plaudern, hinten anzustellen und warten zu können. Die Merkfähigkeit wächst nun langsam, ebenso die Kreativität. Das Kind organisiert Gruppenspiele und versucht auch Konflikte zu lösen. Lehrer und Mitschüler werden neue wichtige Bezugspersonen.
Wenn einige der beschriebenen Themen und Entwicklungsschritte mit Schuleintritt noch nicht ausreichend bewältigt sind, ist keine ausreichende Schulreife gegeben und die Kinder tun sich sehr schwer. Manchmal benötigen sie einfach noch Zeit (Vorschulklassen, sofern vorhanden, können hilfreich sein), manchmal sind sie von emotionalen Konflikten blockiert und benötigen psychotherapeutische Unterstützung, manchmal benötigen sie Förderung auf verschiedenen Gebieten ( z,B.: Ergotherapie, Logopädie, etc).

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