Kreislaufschwäche bei Kindern und Jugendlichen

Vor allem Jugendliche in der Pubertät sind häufig von Kreislaufschwäche bis hin zum Kollaps betroffen, meist nach dem Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen.

Bei der Untersuchung stellt sich oft heraus, dass der Kreislauf körperlichen Belastungen zwar gewachsen ist, der Blutdruck aber nach dem Aufstehen absinkt. An die 20 Prozent aller Kinder erleiden bis zum 15. Lebensjahr einen Kollaps.

Unter einer Kreislaufregulationsstörung versteht man ein inadäquates Verhalten von Herzfrequenz und Blutdruck, dass bis hin zum Kollaps mit Bewusstseinsverlust gehen kann. Eine familiäre Häufung kommt vor.

In den meisten Fällen ist die Ursache einer Ohnmacht bei Teenagern zum Glück harmlos, gerade in der Pubertät sind viele Jugendliche sehr dünn, wachsen sehr schnell und haben einen vergleichsweise niedrigen Blutdruck. Da kann es durchaus passieren, dass nach einer längeren Ruhephase das Blut quasi in den Beinen versackt und das Gehirn vorübergehend nicht genügend mit Sauerstoff versorgt wird. Durch die daraus entstehende Unterversorgung wird der Betroffene ohnmächtig.

Man unterscheidet verschiedene Arten der Ohnmacht. Die häufigste ist die Ohnmacht durch niedrigen Blutdruck (Orthostase-Syndrom) oder durch Fehlsteuerung der Kreislauffunktion (vasovagale Synkope). Selten können Herzerkrankungen wie Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche, Herzklappenfehler oder ein Erguss im Herzbeutel zu einer Ohnmacht führen.

Auch im Rahmen eines epileptischen Anfalls oder bei einigen Stoffwechselkrankheiten wie Unterzucker bei Diabetes mellitus oder bei Blutarmut (Anämie) kann es zu Ohnmacht kommen.

Zumeist nach dem Aufstehen oder bei Flüssigkeitsmangel wird den Kindern schlecht, sie fühlen sich schwindlig, dann wird es schwarz vor den Augen und es folgt ein plötzlicher Bewusstseinsverlust. Besserung erfolgt meist spontan nach Lagewechsel (Liegen/Hinfallen). Die Symptome sind teilweise von der Ursache abhängig, es kann zu Blässe, Übelkeit, Schwitzen, Pulsveränderungen und selten zu einem kurzen Krampfanfall kommen.

Nach wenigen Sekunden ist der Ohnmächtige in aller Regel schon wieder ansprechbar.

Diese Beschwerden deuten auf einen niedrigen Blutdruck bei Ihrem Kind hin:

  • Kältegefühl und Kribbeln in den Fingern und Füßen,
  • Blässe,
  • Müdigkeit,
  • Mattigkeit trotz ausreichendem Schlaf,
  • Übelkeit,
  • Konzentrationsschwäche,
  • Leistungsabfall,
  • Gedächtnisschwäche,
  • Antriebsschwäche und leichte Ermüdbarkeit,
  • Wetterfühligkeit

Eine gründliche Abklärung sollte in jedem Fall erfolgen, denn auch ernste Ursachen wie eine Herzrhythmusstörung oder beginnender Diabetes könnten dahinter stecken.

Ausgangspunkt und zugleich wichtigster Bestandteil der Abklärung sind die Vorgeschichte des Patienten und die Begleitumstände. Eine weiterführende Diagnostik wie EKG, Langzeit-EKG, Pulsoximetrie, Blutdruckmessung, Ergometrie, Schellong-Test, Kipptischuntersuchung, Echokardiographie oder EEG und der Ausschluss allgemeinpädiatrischer Erkrankungen durch eine Blutabnahme kann erforderlich sein.

Der Patient liegt zunächst einige Minuten entspannt auf der Untersuchungsliege. Dabei werden Puls und Blutdruck mehrmals gemessen und notiert. Anschließend muss der Patient zehn Minuten ruhig stehen. Währenddessen werden alle zwei Minuten Puls und Blutdruck gemessen. An der Veränderung der Werte während des Stehens können verschiedene Ursachen erkannt werden.

Eine Besserung ist schon durch die Erhöhung der Flüssigkeitsaufnahme und Kreislauftraining erzielbar. Ist niedriger Blutdruck die Ursache, können Maßnahmen wie Konditionstraining oder Kneipp-Therapie (Wechselbäder) sinnvoll sein. Genügend Bewegung in frischer Luft hilft. Geben Sie Ihrem heranwachsenden Kind eine Tasse schwarzen Tee am Morgen, das regt den Kreislauf an. Kalte Güsse an Armen und Beinen aktivieren den Blutdruck ebenfalls. Bei Nichtansprechen kann eine zusätzliche medikamentöse Therapie mit kreislaufstabilisierenden Medikamenten empfohlen werden.

Die Akuttherapie besteht in Flachlagerung und Bein-Hochlagerung. Sorgen Sie in der Umgebung für Ruhe, heben Sie die Beine etwa 30 Zentimeter an und decken Sie den Patienten bei Bedarf zu. Wenn der Patient wieder erwacht, sollten Sie ihn nicht sofort aufstehen lassen, sondern noch einige Minuten warten.

In Abhängigkeit von Ausmaß und Art der Symptomatik sind regelmäßige Kontrollen und Auslassversuche einer medikamentösen Behandlung angezeigt.

Wenn man nach einer längeren Ruhezeit aufsteht und Angst hat „umzuklappen“, hilft es in vielen Fällen, wenn man den Kreislauf etwas stimuliert. Hilfreich ist da die Muskelpumpe, so kann Blut, das sonst in Armen und vor allem Beinen versackt, in Richtung Herz transportiert werden. Dazu Fäuste machen und immer abwechselnd drücken und lockerlassen. Waden anspannen und locker lassen, vielleicht auch die Beine bewegen (bei abwechselnd angespannter und entspannter Muskulatur). Das Ganze ein paar Mal vor dem Aufstehen. Ausreichendes Trinken vergrößert die Menge des Blutvolumens im Körper und hebt den Blutdruck. Wechselduschen und Bürstenabreibungen bringen den Kreislauf ebenfalls auf Trab. Bei Jugendlichen sollte man auch auf ausreichend Schlaf und ein tägliches Frühstück achten.